Apple hat den Softwaregiganten Microsoft als weltgrösstes Technologie-Unternehmen nach Marktwert abgelöst. Damit setzt der iPhone- Hersteller einen weiteren Meilenstein in seiner Aufholjagd nach der tiefen Krise in den 1990er Jahren. Apple-Aktien sind jetzt zehnmal mehr wert als vor zehn Jahren. Nur noch der weltgrösste Ölkonzern Exxon Mobil ist jetzt an im Index S&P-500 noch schwergewichtiger.
Zuletzt gelang es Apple immer wieder Trends zu setzen - MacBook, iPod und iPhone wurden zu Kassenschlagern. Auf ähnlichen Erfolg hoffen die Kalifornier aktuell mit ihrem Tablet-Computer iPad. Ende dieser Woche kommt er auch in Schweizer Verkaufsregale. In den USA hatte Apple innerhalb von 28 Tagen eine Million Exemplare veräussert. Nach Thomson Reuters-Daten ging Apple am Mittwoch mit einem Wert von rund 222 Milliarden Dollar aus dem Handel an der New Yorker Börse. Der Apple- Anteilsschein schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 244.11 Dollar. Papier von Microsoft fielen auf ein Sieben-Monats-Tief bei 25.01 Dollar. Damit lag dessen Marktwert bei 219 Milliarden Dollar.
Apple stand zuletzt am 19. Dezember 1989 vor Microsoft. 1997 musste der Softwarekonzern den damals ungleich kleineren Rivalen sogar vor dem Zusammenbruch retten. Microsoft hielt den Konzern mit dem angebissenen Apfel als Markenzeichen mit 150 Millionen Dollar über Wasser. Microsofts Marktwert ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel eingebrochen. Zwar läuft die Software des Konzerns auf mehr als 90 Prozent aller weltweiten Computer. Doch war das Unternehmen nicht in der Lage, Wachstumsraten der 90er Jahren beizubehalten.
Jetzt verlässt sogar Microsoft-Veteran Robbie Bach den Konzern, der bei Microsoft für Videospiele und Handys zuständig war. Vor allem seine Sparte hat zuletzt gegenüber Konkurrenten stetig an Boden verloren. Trotz der guten Aussichten beim iPad und des Erklimmens der Spitzenposition bei den Technologiekonzernen kämpft der Konzern von Steve Jobs auch mit zahlreichen Problemen. Das US-Justizministerium hat offenbar Untersuchungen zur Dominanz des Konzerns auf dem Online-Musikmarkt eingeleitet.
In den USA kommt das Multimedia-Verwaltungsprogramm iTunes auf einen Marktanteil von 70 Prozent beim Verkauf von Musik im Internet. Zudem rückt Apple durch eine Selbstmordserie bei seinem Zulieferer Foxconn in die Schlagzeilen. Dabei geht es vor allem um schlechte Arbeitsbedingungen der Foxconn-Mitarbeiter in China. Das Unternehmen produziert auch für Hewlett Packard und Sony Ericsson.

