Wenn Fussballstars wie Michael Ballack, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi im Sommer bei der Fussball- Weltmeisterschaft aufeinandertreffen, dann geht es nicht nur um den Wettstreit der besten Teams - auch die grossen Sportartikelhersteller kämpfen in Südafrika um ihre Position im weltweiten Fussballgeschäft. Mit der besten Ausgangsposition geht wohl Adidas ins Rennen: Zwölf Teams werden von Adidas ausgerüstet, der offizieller WM-Sponsor ist und den Spielball stellt. Konkurrent Nike stattet neun Mannschaften aus, dahinter folgt Puma mit sieben Teams.
Auf eine "unvergleichliche Präsenz" seines Unternehmens hofft Adidas-Chef Herbert Hainer: Die WM werde mit mehr als 25 Milliarden Zuschauern zum grössten TV-Ereignis in der Geschichte aufsteigen. Adidas sieht sich mit einem Marktanteil von 34 Prozent als Nummer eins im Fussballmarkt. Der Umsatz mit Fussball-Produkten soll 2010 die bisherige Rekordmarke von 1,3 Milliarden Euro übertreffen. Schon im vierten Quartal 2009 gab es einen Zuwachs um 27 Prozent, wie Hainer am Mittwoch sagte. Nebst dem Gastgeber Südafrika laufen auch die Teams aus den wichtigen europäischen Märkten Deutschland, Frankreich und Spanien sowie aus Argentinien, Mexiko, Japan, Nigeria, Paraguay, Griechenland, der Slowakei und Dänemark in Adidas-Trikots auf.
Als Einzelspieler hat Adidas Stars wie Messi, Ballack oder Kaka unter Vertrag. Beim Marketing setzen das deutsche Unternehmen mehr denn je auf das Internet. In Netzwerken wie Facebook oder Twitter suchen sie Kontakt zu den Fans.
Bei Nike ruhen die sportlichen Hoffnungen auf Brasilien. Auch Portugal und die Niederlande laufen mit Trikots des US-Konzerns auf, ausserdem Serbien, Slowenien, USA, Australien, Südkorea und Neuseeland. Hinzurechnen muss man auch England, dessen Ausrüster Umbro zur Nike-Gruppe gehört. Grösster Werbeträger ist aber der portugiesische Superstar Cristiano Ronaldo - sein lila-orangener WM-Schuh wurde kürzlich mit viel Tamtam vorgestellt. Das WM- Jahr 2006 hatte Nike nach Angaben von Sprecher Kai Landwehr einen Fussballumsatz von 1,5 Mrd. US-Dollar; für 2010 hat das Unternehmen öffentlich kein Ziel ausgegeben.
Auf ein Heimspiel in Südafrika hofft Puma, die Nummer drei im Markt und Ausrüster der Schweiz. Puma-Chef Jochen Zeitz nennt den afrikanischen Kontinent "Pumas zweite Heimat". Die Mannschaft aus Ghana trägt ebenso Puma wie Kamerun, die Elfenbeinküste und Algerien. Zugpferd ist der amtierende Weltmeister Italien. Wichtige Einzelspieler sind Mario Gomez oder der Kameruner Samuel Etoo. Puma geht so weit, für die WM sogar das Logo zu ändern: Die springende Raubkatze wird durch die Silhouette des afrikanischen Kontinents ersetzt. Fussball- Umsätze nennt Puma nicht; WM-Effekte erwartet Zeitz allerdings frühestens im Mai.
Neben den grossen Drei tummeln sich auch noch drei andere Anbieter im Markt: Honduras setzt auf "Joma", Chile läuft mit "Brooks" auf, und Nordkorea schliesslich wird nach Branchenangaben die chinesische Marke "Erke" aufs Spielfeld tragen. (sda,dpa,Stephan Maurer)

