10.05.2006

Studie

Bedeutung des Detailhandels für die Schweizer Wirtschaft

75 Mrd. Franken Wertschöpfung.

Der Detailhandel spielt für die Schweizer Wirtschaft eine bedeutende Rolle, das zeigt erstmals eine Studie. Jeder sechste Franken wird im Detailhandel erwirtschaftet. Zudem ist die Branche der drittgrösste Arbeitgeber in der Schweiz.

Rund 75 Mrd. Franken Wertschöpfung oder 16 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts seien direkt oder indirekt auf den Detailhandel zurückzuführen, sagte Christoph Koellreuter, Direktor der Wirtschaftsforschungsstelle BAK Basel Economics, am Mittwoch anlässlich der Präsentation einer Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Detailhandels für die Schweiz.

23 Mrd. Franken gehen direkt auf den Detailhandel zurück, sagte Koellreuter. 52 Mrd. Franken werden indirekt durch die vorgelagerten Branchen wie Grosshandel, Nahrungsmittelindustrie oder Landwirtschaft und Verkehr generiert. Pro Franken im Detailhandel erwirtschaftete Wertschöpfung entstehe zusätzlich 2,3 Franken Wertschöpfung in anderen Branchen, erklärte Koellreuter.

Drittgrösster Arbeitgeber

Der Detailhandel ist der drittgrösste Arbeitgeberbranche, nach dem Gesundheits- und Sozialwesen und nach den unternehmensspezifischen Dienstleistungen. Rund 348 000 Menschen arbeiten im Detailhandel - 200 000 davon sind Frauen. 13 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten im Detailhandel. Keine andere Branche hat einen höheren Anteil.

Zudem weist der Detailhandel mit 40 Prozent die höchste Teilzeitquote auf und bietet am meisten Lehrlingsarbeitsplätze. Rund 14 Prozent aller Lehrlinge absolvieren ihre Berufslehre im Detailhandel. 533 000 Menschen arbeiten indirekt für den Detailhandel. Es sind mit rund 30 Prozent vor allem Arbeitnehmer in der Lanwirtschaft. Damit arbeiten 881 000 Personen, also jeder fünfte Erwerbstätige, im Umfeld des Detailhandels.

43 Mrd. Franken Löhne

Der Anteil der Arbeitnehmereinkommen beträgt rund 15 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Arbeitnehmereinkommen. Dies entspricht einer Bruttolohnsumme von rund 43 Mrd. Franken. Davon entfallen 15 Mrd. Franken auf den Detailhandel im engeren Sinne und 28 Mrd. Franken auf die anderen Branchen.

Auch der Staat profitiert vom Detailhandel. Laut Koellreuter gehen rund 5,6 Mrd. Franken auf das Konto der Mehrwertsteuer, 6,2 Mrd. Franken ergibt sich aus der Besteuerung der Beschäftigten und 1,8 Mrd. Franken Steuern zahlen die Unternehmen selber.

Detailhandel und Konsum

Rund 35 Prozent des gesamten Konsums in der Schweiz geht zuhanden des Detailhandels. Die Tendenz ist aber rückläufig. Vor 25 Jahren lag der Wert noch bei rund knapp 45 Prozent. Allerdings hat der Detailhandel in den vergangenen Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum hingelegt. Während die Branche vor 25 Jahren noch schrumpfte, lag das Wachstum in den Jahren 2000 bis 2005 bei 1 Prozent. Das liegt über dem Wachstum der Gesamtwirtschaft.

Die Detailhandelsstudie wurde von BAK Basel Economics im Auftrag der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS) erstellt, hinter welcher die Schweizer Unternehmen Charles Vögele, Coop, Denner, Manor, Migros und Valora stehen. (sda)


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