Die US-Bierindustrie versucht ihr angeschlagenes Image nachhaltig durch eine Kampagne zu verbessern. Grund für das Umdenken im Kommunikationsauftritt ist relativ einfach: Die US-Biertrinker in den Vereinigten Staat werden immer weniger und steigen zusehends auf Wein sowie Mischgetränke um. Der Bierkonzern Anheuser-Busch, der derzeit nahezu die Hälfte des US-Biermarktes kontrolliert, hat sich die Imagekorrektur auf die eigenen Fahnen geheftet und befindet sich auf der Suche nach Unterstützung für eine breit angelegte Initiative. Nach ersten Angaben des Bierherstellers sei das Feedback in der Branche "unglaublich positiv", berichtet das Wall Street Journal.
Bis dato wurde die US-Bierwerbung inhaltlich meist durch die beiden Hauptkomponenten "Girls and Fun" dominiert. Den Anstoß für das Umschwenken der Bierindustrie gaben die Konsumenten selbst. Die Generation der Baby-Boomer konsumiert immer mehr Wein. Bei jungen Frauen sind auch vermehrt kohlenhydratarme Cocktails angesagt. Die so genannten "Echo-Boomer", die Kindern der Baby-Boomer geboren in den späten 70er bis in die frühen 90er Jahre, wenden sich ebenfalls immer mehr den Cocktails zu. Das kann als Produkt der erfolgreichen Positionierung der Spirituosen-Industrie hin zu einem gehobenen Image gesehen werden.
Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte der US-Bierkonsum im Jahr 1995, als der Anteil an den abgesetzten alkoholischen Getränken 61 Prozent betrug. 2004 kam Bier dann nur mehr auf 58 Prozent. Spirituosen legten von weniger als 27 Prozent (1995) auf mehr als 28 Prozent im Jahr 2004 zu. Wein konnte seit 1995 von weniger als 12 Prozent auf 14 Prozent im vergangenen Jahr zulegen.

