Bei der Luzerner Eichhof-Gruppe herrscht nach einem Rekordjahr Aufbruchstimmung. Nachhaltig wachsen kann sie aber nur ausserhalb der Zentralschweiz. Deshalb will sich die letzte grosse reine Schweizer Brauerei als Biermarke im ganzen Land etablieren.
Verwaltungsratspräsident Werner Dubach sprach an der Bilanzmedienkonferenz am Dienstag von Aufbruchstimmung. Bis 2010 will er 440 Millionen Franken Umsatz haben. Nachdem die Liegenschaften auch als Kerngeschäft definiert werden, will man in allen drei Sparten wachsen. Rund 55 Prozent des Wachstums sollen organisch, etwa 45 Prozent durch Akquisitionen erreicht werden.
Getränke-CEO Marcel Erne will sein Bier unter anderem mit qualitativen Produkten gesamtschweizerisch verankern. Etwas weniger ehrgeizig sind die Ziele als Vollsortimentanbieter (Wein, alkoholfreie Getränke) mit Schwerpunkt Gastronomie: Hier begnügen sich die Luzerner Brauer mit der Deutschschweiz und dem Tessin.
Um das Ziel zu erreichen, nimmt man auch gezielte Akquisitionen -- Brauereien, Weinhandel, Getränkehandel -- ins Visier. Rund 20 Millionen Franken investiert man in den Ausbau der Produktionsanlagen und der Logistik. In Luzern entsteht zudem ein neues Besucherzentrum und ein so genannter "Flagship-Store".
Brauerei wuchs schneller als Schweizer Markt
Die Eichhof-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2007/07 (per Ende September) den Reingewinn um 16,6 Prozent auf 18,3 (Vorjahr: 15,7) Mio. Fr. erhöht. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT stieg um 15,6 Prozent auf 20,8 (18,0) Mio. Franken. Der Bruttoumsatz liegt bei 308,9 (294,9) Mio. Franken.
Zu Ergebnis beigetragen haben sowohl der Getränkesektor wie die Farbmessung (Datacolor). Eichhof-Getränke weist einen Umsatz von 169,8 Mio. und einen Reingewinn von 13,6 Mio. Fr. aus. Datacolor partiziert mit einem Umsatz von 87,5 und einem Reingewinn von 6,9 Mio. Franken.
Der Ausstoss von Eichhof-Bieren stieg um 5,9 Prozent. Die Luzerner Brauerei wuchs damit schneller als der Schweizer Biermarkt (+ 2,5 Prozent). Auch beim Wein sowie den alkholfreien Getränken konnte Eichhof zulegen. Lediglich bei den von Eichhof gehandelten internationalen Bieren kam man unter Preisdruck und musste Einbussen in Kauf nehmen. (sda)

