An der WM in Südafrika sorgt eine Ambush-Marketing-Aktion für Wirbel. Wie die südafrikanische Polizei am Mittwoch bestätigte, sind nach dem WM-Gruppenspiel Niederlande gegen Dänemark zwei Frauen festgenommen worden, weil sie verdächtigt werden, Ambush Marketing für die holländische Brauerei Bavaria betrieben zu haben.
Die beiden Frauen hätten eine Gruppe Frauen mit orangenen Minikleidern ausgerüstet, auf denen ein kleiner Aufnäher prangte: Bavaria. Das Bier aus den Niederlanden ist allerdings kein FIFA-Sponsor. Die Zeitung "The Star" zeigte ein Foto des gerade mal Schnipsel-großen Aufnähers. Zu viel, meint die FIFA - sie sieht Gefahr durch Schleichwerbung und erstattete Anzeige gegen die Organisatoren der Aktion.
"Die Frauen, die Teil einer größeren Gruppe gewesen sind, werden verdächtigt, in eine organisierte Aktion gesetzeswidriger, werblicher Aktivität verwickelt zu sein", heißt es in dem Statement der Fifa. So bizarr die Geschichte klingt, die FIFA meint es ernst. Rigoros schützt der Weltverband seine exklusiven Sponsoren für das Milliarden-Event Fußball-WM. Und der kleine Werbe-Trick könnte die Brauerei wie die Blondinen teuer zu stehen kommen, denn die Minidress-Aktion scheint wohl kalkuliert gewesen zu sein.
Die Bier-Affäre hat bereits internationale Ausmaße angenommen. Der frühere englische Fußball-Profi Robbie Earle verlor seinen Job beim britischen Sender ITV. Er hatte die Tickets, die er durch seine Funktion als TV-Experte erhalten hatte, angeblich an die Brauerei verkauft. Bavaria-Bier ist bei der FIFA als "Störenfried" bekannt. 2006 schickte das Unternehmen Lederhosen tragende Fußball-Fans nach Deutschland. Der Weltverband verstand schon damals keinen Spaß. Die Holländer mussten ihr Beinkleid ablegen, um ins Stadion zu gelangen.

