Erstmals seit seiner Einführung im Jahr 2000 wurde der Online-Gehaltstest von jobpilot.ch umfassend ausgewertet. Die Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz ermittelt in ihrer Auswertung zu dieser mit mehr als 175'000 Teilnehmenden schweizweit einzigartigen Erhebung zum Thema Lohn nicht nur die gewinnenden und verlierenden Berufsgruppen der letzten Jahre, sondern stellt auch fest, dass die Bruttogehälter der Frauen durchschnittlich fast 20 Prozent unter denjenigen ihrer männlichen Kollegen liegen.
Betrachtet man die Entwicklung der preisbereinigten durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen (Medianwert) von 2000 bis 2004, fällt auf, dass sich die Reallöhne in der Rezessionsphase von 2002 und 2003 tendenziell nach unten bewegt haben. Auf allen Stufen sank der Reallohn unter die Werte von 2000. Verloren haben vor allem die oberen Führungspositionen und die Berufseinsteigenden.
Zu berücksichtigen ist, dass im jobpilot-Gehaltstest die IT- und Telekomm-Berufe stark vertreten sind, die nach der Boom-Phase im Jahr 2000 besonders grossen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ausgesetzt waren, was zu den Schwankungen beiträgt.
Bruttoeinkommen nach Branche
Die Consulting-Berufe erreichen die höchsten Bruttojahreseinkommen mit durchschnittlich rund 100'000 Franken (Medianwert). Dahinter folgen die IT- /Telekommunikations-Berufe mit rund 91'000 Franken, die naturwissenschaftlichen Berufe (86'700 Franken) und die Marketing/PR-Berufe (85'200 Franken). Am Ende der Rangliste befinden sich medizinische Berufe (70'000 Franken), Design/Gestaltungs-Berufe (71'000 Franken) und Organisations- /Verwaltungsberufe (73'500 Franken).
Die Durchschnittsgehälter basieren auf den Angaben von über 175'000 Beschäftigten, wobei die obersten Führungspositionen (CEOs, Geschäftsführung) und die untersten Positionen (Berufseinsteigende) bewusst aus dieser Analyse ausgeschlossen wurden, da sie die Durchschnittslöhne zu stark verzerren würden.
Frauen verdienen in gleicher Position deutlich weniger als Männer
Über die gesamte Wirtschaft hinweg gesehen, liegen die Gehälter der Frauen durchschnittlich (Medianwert) fast 20 Prozent unter den Gehältern ihrer männlichen Kollegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich in den oberen Positionen zum Teil deutlich mehr Männer als Frauen befinden. Vergleicht man die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen in gleicher Position, zeigen sich immer noch klare Unterschiede. Zum Beispiel verdienen Frauen auf der Ebene von Bereichsleitenden durchschnittlich 18 Prozent weniger als Männer.

