03.02.2009

Staatshilfe

Citigroup-Marketing unter Beschuss

400-Mio.-Dollar-Deal mit Baseball-Club New York Mets in der Kritik.

Die US-amerikanische Grossbank Citigroup zieht trotz ihrer finanziellen Schieflage einen 400 Millionen Dollar schweren Marketing-Deal mit dem Baseball-Club New York Mets in Betracht. Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf eingeweihte Insider schreibt, handelt es sich dabei um einen 20-Jahresvertrag mit dem Verein, wonach das neu errichtete Vereinsstadion den Namen der US-Grossbank tragen soll.

Obwohl das Citigroup-Management bis dato noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat, sind Kritiker empört. Schliesslich hat der krisenbedingt massiv angeschlagene Finanzkonzern erst im Dezember 2008 rund 45 Milliarden Dollar aus dem US-Rettungspaket in Anspruch genommen. Der Marketing-Deal nährt somit Bedenken daran, wie verantwortungsvoll Kreditnehmer mit staatlichen Hilfen umgehen.

Die Kongressabgeordneten Dennis Kucinich und Ted Poe kritisieren das Marketingvorhaben der Citigroup und wollen entsprechende Pläne kippen. Sie werfen dem Management "deplatzierte Ausgaben" vor und verweisen auf das eigene Überleben durch Geld aus dem US-Rettungsfonds. Die Überprüfung des Citigroup-Deals mit den New York Mets kommt nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Obama die Vergütungspraxis von Unternehmen, die Staatsgelder in Anspruch nehmen, als "beschämend" bezeichnet hat.

Trotz der Kritik aus dem Kongress hat das Finanzministerium die Bank noch nicht dazu aufgefordert, den Marketing-Deal scheitern zu lassen.In einem knappen Statement der Citigroup-Führungsriege versuchte man bereits Kritikern Einhalt zu gebieten. "Kein Kapital aus dem Troubled Asset Relief Program wird genutzt", hiess es. (pte)


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