02.11.2006

"CityGuideTV ist nicht irgendein 'trümmliges' Hotelfernsehen"

Silvia Affolter, Ex-Miss Schweiz und ehemalige TV-Moderatorin, ist auch als Unternehmerin erfolgreich: Ihr CityGuideTV wird mittlerweile in über 60 Schweizer Luxushotels ausgestrahlt und erreicht 3 Millionen Kontakte pro Jahr. Affolters jüngster Coup: Ab sofort wird das Hotelfernsehen von der IP Multimedia vermarktet. Im Interview mit "persoenlich.com" sagt Affolter, wie ihr der Sprung von der TV-Reporterin zur Managerin gelungen ist.
"CityGuideTV ist nicht irgendein 'trümmliges' Hotelfernsehen"

Silvia Affolter, CityGuideTV ist vor fünf Jahren gestartet. Was war das Schweizer Hotelfernsehen beim Start, was ist es heute?

Beim Start vor 5 Jahren haben wir mit 12 Partnerhotels angefangen. Alleine um diese 12 Hotels zu gewinnen habe ich 1 Jahr Zeit und Arbeit investiert. Es ist sehr schwierig in den 4- und 5-Sterne Hotels neue Produkte zu integrieren. Mittlerweile haben wir in der ganzen Schweiz die 60 besten Adressen unter Vertrag und der Hotelansturm auf unser Programm hält ebenfalls weiter an.

Ist CityGuideTV eine reine Werbeplattform oder haben Sie auch den Anspruch redaktionellen Inhalt zu produzieren?

CityGuideTV ist nur darum so erfolgreich, weil es redaktionell unabhängige Inhalte produziert. Dazwischen gibt es Werbeinseln. Es ist nicht irgendein „trümmliges“ Hotelfernsehen. Wir sind das Luxusfernsehen der Top-Hotels. Wir präsentieren den Hotelgästen das Beste an Tipps und die Topadressen der jeweiligen Stadt. Dieses Rahmenprogramm wird von hervorragenden Moderatorinnen wie z.B. Mahara McKay oder Christina Surer präsentiert.

Wer entscheidet über "das Beste an Tipps und die Topadressen"?

Die Redaktion von CityGuideTV.

Was ist der nächste Entwicklungsschritt?

CityGuideTV entwickelt sich bezüglich Reichweite und Qualität ständig weiter. Inhaltlich machen wir uns derzeit Gedanken darüber, wie unser Programm während der Euro 08 aussehen wird und mit welchen Werbepartnern wir zusammenarbeiten werden, damit bestmögliche Synergien entstehen. Und auch technisch kommen wir in eine neue Phase. So sind wir dabei in ersten Hotels, via Server, tagesaktuelle Wetterinformationen einzuspeisen.

Gibt es Pläne mit CityGuideTV ins Ausland zu expandieren?

Dieser Gedanke ist nahe liegend und wird ebenfalls überprüft. Erste Hotels haben Interesse angemeldet. Bereits haben auch Werbepartner Interesse signalisiert, die ihre Produkte über dieses Medium einem ganz spezifischen Publikumssegment näher bringen wollen.

Haben Sie nie daran gedacht, ein Hotel-TV-Format für das öffentliche TV zu entwickeln?

Der Businessplan von CityGuideTV konzentriert sich in erster Linie auf die qualitative und quantitative Weiterentwicklung des Hotelfernsehens. Dennoch hatten wir bereits Kontakte mit Lokalsendern, welche unsere Inhalte gerne ebenfalls ausstrahlen würden. Eine konkrete Sendung ist aber nicht spruchreif.

Sie selber waren lange journalistisch für verschieden TV-Sender tätig, jetzt sind Sie seit fünf Jahren "Fernsehdirektorin" Ihres eigenen Senders. Ist der Seitenwechsel so verlaufen, wie Sie ihn erwartet haben, oder mussten Sie auch ein gewisses Lehrgeld bezahlen?

Als ich mit diesem Projekt gestartet bin, hatte ich einen klaren Businessplan, die Ziele waren klar definiert, die Gefahren genau erkannt. Heute bin ich trotzdem überrascht, dass eigentlich alle gesetzten Erwartungen positiv übertroffen wurden. Wir erreichen heute über 3 Millionen Kundenkontakte in diesem hochinteressanten Publikumssegment. Wer hätte das damals gedacht.

Da spricht die Unternehmerin, nicht mehr die Journalistin…

Meine Aufgaben haben sich verändert. War ich früher begeisterte TV-Reporterin und hab gerne auch selber gedreht, so bin ich heute mehr mit administrativen Aufgaben und Werbeakquisition beschäftigt. Das ist vielleicht das einzig negative daran, dass ich meine künstlerische Kreativität heute nur noch am Computer einsetzen kann.

Sehen Sie sich nun als reine Managerin?

Wenn ich Zeitungen lese oder Fernsehbeiträge anschaue, dann denke ich journalistisch. Wenn ich beim Einchecken im Hotel die Berufsbezeichnung angeben muss, dann schreibe ich Geschäftsführerin hin. Ich sehe mich heute sicher weniger als Journalistin, mehr als Unternehmerin.

Hatten Sie nie Lust, wieder vor die Kamera zu treten?

Man soll nie nie sagen. Aber meine ganze Kreativität und mein Engagement galten in den letzen Jahren meiner Unternehmung und meiner Familie.

Sie könnten sich also eine Rückkehr an den Bildschirm vorstellen?

Wie gesagt, die Arbeit geht mir derzeit nicht aus, eine entsprechende Sendung müsste mich zu 150 Prozent überzeugen.


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