Die Marktleader Coop und Migros sind zugleich die umweltfreundlichsten und sozialsten Grossverteiler. Das ergab das erste Nachhaltigkeitsrating zum Detailhandel. Wenig überzeugt haben dagegen die Hard-Discounter Denner, Spar und Aldi. Die Diskussion über Discounter war in der letzten Zeit vom billigsten Angebot geprägt. Mit dem Rating für neun Grossverteiler, die 85 Prozent des Markts abdecken, wollen WWF und die Tierschutz-Organisation Vier Pfoten einen Kontrapunkt setzen.
Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, Wachstum im hart umkämpften Food-Markt sei nur mit Billig-Produkten möglich, sagte Thomas Vellacott von WWF Schweiz bei der Präsentation der 150-seitigen Studie am Dienstag in Zürich. Es handle sich um das erste umfassende Nachhaltigkeits-Rating in dieser Branche.
Mittels Fragebogen und Ladenchecks hat die Firma INrate neben den erwähnten Firmen auch Volg und die Food-Bereiche von Globus, Carrefour und Manor unter die Lupe genommen. Denner, Spar und Aldi waren jedoch nicht bereit, Infos zum Unternehmen zu liefern. In diesem Bereich sei die Aussagekraft eingeschränkt, räumt INrate ein.
Beim Angebot konnte man vor allem mit dem Bio-Anteil, Fair-Trade-Produkten oder einem Fleisch- und Fischangebot punkten, das bei der Tierhaltung wegweisend ist. Mit einem Umweltschutzkonzept, guten Bedingungen für Angestellte und speziellen Umweltengagements konnten sich die Firmen aber ebenfalls in Szene setzen.
Spitzenplatz für Coop
Alles in allem schnitt Coop am besten ab. Gleichzeitig bietet es laut Studie das nachhaltigste Angebot. Grund dafür sind die höchsten Anteile von Bio- und Fair-Trade-Produkten im Sortiment. Aber auch bei den Besten liege der Bio-Anteil noch im einstelligen Prozentbereich.
Knapp hinter Coop folgt Migros mit dem Spitzenplatz beim Unternehmens-Umweltschutz. Sie konnte damit in den letzten Jahren massiv Ressourcen einsparen. Auch zur Spitzengruppe zählt die Studie den kleinräumigeren Volg, der beim Tierschutz am besten abschnitt. Besonders hervorgehoben wurde der Spitzenplatz beim Label-Fleisch-Anteil von satten 35 Prozent.
Ins Mittelfeld schafften es Manor, gefolgt von Globus und Carrefour. Diese seien um Tranparenz bemüht und hätten sich hinter die Kulissen blicken lassen, wurde hervorgehoben. Beim Sortiment gebe es gute Ansätze mit Entwicklungspotenzial. Dass Denner, Spar und Aldi den Blick ins Unternehmen wegen eines "antiquierten Unternehmensverständnisses" verweigerten, wurde in der Studie speziell bestraft. Dort wo keine Infos vorlagen, gab es die Mindestpunktezahl.

