10.11.2008

Spam

Das Geschäft mit Müll-Nachrichten

Studie: Tagesumsatz liegt zwischen 7.000 und 9.500 US-Dollar.

Jeden Tag das gleiche Problem im Email-Postfach: Spam. Wie viele Surfer auf die Müll-Nachrichten hereinfallen, haben Informatiker der Universitäten Berkeley und San Diego einen Monat lang gemessen. Die Studie untersucht die Erfolge (”Conversion Rate”) und finanziellen Erträge des E-Mail-Spammings. Die Forscher dokumentierten die Wirkung dreier Spam-Kampagnen (Medikament, Postkarte, April-Scherz) mit annähernd 470 Mio. E-Mails über das Storm Botnet, über das zu seinen Hochzeiten rund 20 Prozent aller Spam-Mails verschickt wurden. Das Netzwerk besteht aus tausenden Computern, so genannten Bots, die Cyber-Kriminelle verwenden, ohne dass die Besitzer etwas davon mitbekommen. Mitglied im Botnet wird ein PC, nachdem Schadprogramme heruntergeladen wurden.

Mit Hilfe selbst erstellter Nachrichten lenkten die Wissenschaftler Nutzer auf ihre eigenen Webseiten um, auf denen die User biepsilesweise Medikamente kaufen können. Binnen 26 Tagen wurden so nach Angaben der Universitäten rund 350 Millionen Spam-E-Mails im Dienst der Wissenschaft verschickt. 28 Empfänger hätten versucht, in einem der vermeintlichen Online-Shops etwas zu kaufen. 27 davon waren an Potenzmitteln interessiert.

Im Durchschnitt hätte man für rund 100 US-Dollar eingekauft. Weil die Forscher nach eigenen Angaben nur einen kleinen Bruchteil des Botnetzes nutzten, müssten die Umsätze hochgerechnet werden. Daher läge der eher wahrscheinliche Tagesumsatz bei 7.000 - 9.500 US-Dollar.


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