07.06.2010

Apple

Deutsche Politik und Verleger kritisieren iTunes-Regelungen

"Playboy"-Verlagschef: "Das ist Zensur."

Apples Dominanz auf iTunes kommt bei den deutschen Politikern nicht gut an. Laut "Spiegel" prüfen die Rundfunkreferenten der Länder, ob man Apple gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen. "Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können", zitiert das Magazin Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat für Medien. Weil der Konzern wiederholt Inhalte von Verlagen aus seinem Software entfernt oder gar nicht erst zugelassen habe, prüfen die Rundfunkreferenten der Bundesländer dem Bericht zufolge jetzt, ob man Apple auf ähnliche Weise an die Kandare nehmen könnte wie Kabelnetzfirmen oder andere Plattformbetreiber. Eine solche Verpflichtung sei im Rundfunkstaatsvertrag fixiert, auf Internetplattformen wie den App Store habe sie bisher aber keine Anwendung gefunden.

Deutsche Verleger hatten wegen Apples strenger App-Kontrolleure das Wort "Zensur" in den Mund genommen. Nacktbilder seien dort etwa untersagt und der Zugriff auf Nutzungsdaten werde verwehrt. Für die deutsche Ausgabe des "Playboy" heißt es im App Store: Draußen bleiben. Owohl das Magazin offenbar eine recht züchtige App mit einem Video über zwei leichter bekleidete Frauen vorgelegt hat. Apples Entscheidungen seien völlig intransparent, schimpft "Playboy"-Verlagschef Vernon von Klitzing. Es habe keinen Hinweis gegeben, was an der App störe. Und wieder fällt das böse Wort: "Das ist Zensur." Was am Kiosk verkäuflich sei, müsse auch im App Store angeboten werden können. (Quelle: Kress)


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