Unzufriedenheit bei einigen Mitgliedern des Schweizer Dialogmarketingverbandes (SDV): Die Mehrheit der Dialogagenturen fühlte sich offenbar zu wenig gut vertreten. Deshalb gründeten sie jetzt ihre eigene Vereinigung, den Dialog Club Schweiz (DCS). Präsident des neuen Dialog Clubs ist Alex Schmid, Chef der Agentur Dachcom Dialog. Mitglieder sind laut eigenen Angaben führende Exponenten und Exponentinnen der Agenturen Futurecom, OgilvyOne, Wirz Wietlisbach Dialog, Publicis Dialog, Agentur am Flughafen, Four, Dialogköpfe, Spinas Gemperle, Dachcom Dialog und auch Grössen wie Friedhelm Lammoth, Nik Meier und Roger Rüegger.
"Dialogagenturen besitzen keine eigene Plattform. Mit dieser ergänzenden Organisationsform wollen wir den Austausch unter den wichtigen Playern im Markt institutionalisieren, um die für uns relevanten Themen zu bearbeiten. Oder anders gesagt: Wir wollen die Positionierung beziehungsweise die Abgrenzung des Dialogmarketings schärfen", begründet Schmid die Initiative.
Eine Auseinandersetzung im Sinne eines Konfliktes habe es mit dem SDV zwar nicht gegeben: "Aber so richtig glücklich sind wir auch nicht." Die Zusammenarbeit mit dem SDV sei zwar intensiv, aber meist nur punktuell und durch einzelne Vertreter der Dialogagenturen erfolgt.
DCS denkt über eigenen Award nach
Wichtigster Anlass des Schweizer Dialogmarketingverbandes ist der SDV-Award. Seit seiner Gründung konnte sich der Preis laut Homepage zum zweitgrössten Kreativwettbewerb der Schweiz entwickeln.
Der neue Dialog Club hat unter anderem zum Ziel, den Dialogmarketing-Preis wieder in die Hände der Agenturen zu nehmen. Eine Möglichkeit wäre ein Alleingang: "Ja, wir denken darüber nach, eine eigene Veranstaltung ins Leben zu rufen", bestätigt DCS-Präsident Schmid gegenüber persoenlich.com.
Denn beim Schweizer Dialogmarketing-Preis sei derzeit der Einfluss der Agenturen schwach und beruhe vornehmlich auf Konsultativebene. "Der Award sollte aber die Situation und Kompetenzen klar abbilden, welche eine Dialogagentur heute braucht respektive mit denen sie sich konfrontiert sieht. Das heisst: Sowohl Kategorien, Qualität und Fokus der Jurierung als auch die Nachbearbeitung des Preises sollen durch die Agenturen eigenverantwortet werden, da nur diese die Bedürfnisse der Agenturen effektiv verstehen."
Gespräche sind am Laufen
Ob es wirklich eine weitere Veranstaltung geben wird, steht derzeit noch in den Sternen. "Wir suchen auch den Dialog mit dem Verband. Denn insgesamt streben wir eine konstruktive und nachhaltige Lösung an."
SDV und DCS haben deshalb bereits über das Jurypräsidium, die Juryzusammensetzung, das Reglement und die Kategorien gesprochen. "Geeinigt haben wir uns noch nicht in allen Punkten", so Schmid.
Aus- und Weiterbildung als weiterer Schwerpunkt
Der Dialogmarketingpreis ist nicht das einzige Thema, welches laut DCS bisher zu kurz gekommen ist. Schmid: "Ein weiterer Schwerpunkt für uns ist zum Beispiel eine agenturrelevante Aus- und Weiterbildung."
Es fehle zudem ein Regelwerk, wie das der BSW seinen Mitgliedern zur Verfügung stellt. "Ein solches möchten wir zusammen im neuen Dialog Club erarbeiten."
SDV: "Wir nehmen Anliegen aus der Branche ernst"
Vom Schweizer Dialogmarketingverband wollte persoenlich.com unter anderem wissen, ob man die Unzufriedenheit der Agenturen nachvollziehen kann und wie der Verband auf die Kritik und die Gründung des DCS reagieren möchte.
Der SDV-Vorstand beantwortete die Fragen nicht im Detail, sondern hat sich auf folgende Stellungnahme geeinigt: "Der SDV nimmt die Anliegen aus der Branche sehr ernst und wahr. Er unterstützt konkrete Vorstösse und Ideen, welche das Schweizer Dialogmarketing weiterbringen!" (set)

