09.01.2004

Schweizer Detailhandel

Die Luft wird dünner

Migros und Coop gewinnen trotz Konsumflaute weitere Marktanteile.

Der Gesamtmarkt schrumpft, der Konsum ist schwach, aber die Detailhandelsriesen Migros und Coop haben auch 2003 weiter zugelegt. Migros hat im Detailhandel 0.5 Prozent mehr umgesetzt, bei Coop waren es plus 5.6 Prozent. Für die übrigen Detaillisten wird es noch enger. Coop hatte am Mittwoch einen Detailumsatz von 14.5 Mrd. Fr. für 2003 bekannt gegeben, Konkurrentin Migros am Freitag einen inländischen Detailhandelsumsatz von 16.8 Mrd. Franken. Vom Umsatzwachstum von Coop sind allerdings rund 550 Mio. Fr. durch Akquisitionen hinzugekommen, was vor allem den ehemaligen Waro-Läden zuzuschreiben ist.

Coop teilweise mit Zukäufen gewachsen

Akquisitionsbereinigt betrug das Wachstum bei Coop noch gut 1.6 Prozent, womit Coop dennoch schneller wuchs und wieder ein Stückchen zum Konkurrenten aufgeholt hat.Beide nehmen für sich in Anspruch, Marktanteile hinzugewonnen zu haben. Der Gesamtmarktist aber gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) bis Ende Oktober um 0.4 Prozent oder etwa 335 Mio. Fr. geschrumpft. Migros sprach von einem Marktanteilsgewinn von 0.4 Prozent, Coop bezifferte ihn nicht.Zusammen bestreiten sie bereits ein Drittel des Gesamtmarktes, der gut 83.5 Mrd. Fr. wiegt. Im Vorjahr hatte Migros einen Anteil von 18.1 Prozent (inklusive Globus), die Coop-Gruppe erreichte 15.6 Prozent.

Umsatzrückgang bei Manor

Der Kuchen ist aber kleiner geworden. Das Jahr 2003 sei das schwierigste Jahr seit 15 Jahren gewesen, die Lage im Nonfood-Bereich schlecht, meldete am Freitag die Warenhausgruppe Manor. Ihr Umsatz ging um 0.8 Prozent auf 3.045 Mrd. Fr. zurück. 75 Prozent des Umsatzes werden im Nonfood-Bereich erzielt.

Manor-Chef Rolando Benedick hatte erst im letzten Oktober die Dominanz von Migros und Coop kritisiert. Das Duopol blockiere das Wachstum der Konkurrenz. Trotz des Umsatzrückgangs konnte Manor aber seinen Marktanteil von 50.8 Prozent auf 52 Prozent ausweiten. Am stärksten gelitten hätten die 72 Warenhäuser, wo die Umsätze um 2 Prozent zurückgingen. Die 15 Filialen der Möbelkette Fly erhöhte ihren Umsatz um 3.6 Prozent auf 85.3 Mio. Franken. Die Sportverkäuferin Athleticum erzielte mit 156.5 Mio. Fr. 24.2 Prozent mehr Umsatz.

Spar stagnierte

Die Spar Gruppe Schweiz, welche ebenfalls am Freitag ihre Umsätze bekannt gab, wies für das letzte Jahr stagnierende Verkäufe von 790 Mio. Fr. (Vorjahr 789 Mio. Fr.) aus. Im Kernbereich (141 Supermärkte) wurde jedoch mit 413 Mio. Fr. 2.6 Prozent mehr umgesetzt, und dies mit fünf Filialen weniger. Geharzt hat es mit der Belieferung von Drittkunden -- eine Folge des Lädelisterbens, wie Geschäftsleitungsmitglied Stefan Leuthold ausführte. Unter dem Strich sei das selbstständige Familienunternehmen aber "schön in der Gewinnzone". 2004 sollen sechs Supermärkte eröffnet werden.


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