25.03.2020

MGB

Die Migros reaktiviert die Liefer-App Amigos

Der orange Riese bietet mit Pro Senectute vorübergehend gratis Heimlieferungen für alle Risikogruppen an.
MGB: Die Migros reaktiviert die Liefer-App Amigos
Amigos ergänze das Angebot der bestehenden lokalen Hilfeleistungen ideal, so die Migros. (Bild: zVg.)

Nach Abschluss der Testphase wurde die Social-Shopping-App Amigos im Dezember wieder eingestellt (persoenlich.com berichtete). Nun kommt sie wegen der Coronakrise zu einem Revival.

Die Migros startet in Zusammenarbeit mit Pro Senectute vorübergehend «eine neue Möglichkeit der Nachbarschaftshilfe», heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Personen aus Risikogruppen und Menschen in Quarantäne oder Selbstisolation können damit dringend benötigte Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs kostenlos nach Hause bringen lassen. Als Helferinnen und Helfer registrieren können sich «alle gesunden Personen, die gerne Nachbarschaftshilfe leisten». Dies können zum Beispiel Personen sein, die sich in neu entstandenen lokalen Hilfsnetzwerken organisiert haben. Aber auch Migros-Mitarbeitende können eingesetzt werden, die aufgrund der Ausnahmesituation zurzeit keine fixe Arbeitszuweisung haben, heisst es weiter.

Die Registrierung als Bringer funktioniert via App von Amigos, welche ab sofort in den App-Stores (Apple und Android) gratis erhältlich ist. Besteller rufen die Amigos-Website auf, registrieren sich dort und können die Bestellung aufgeben. Die Heimlieferung ist für die Besteller kostenlos. Sie können den Bringern bei der Bestellung ein freiwilliges digitales Trinkgeld von fünf Franken geben. Damit soll eine Übergabe von Bargeld bei der Lieferung auf jeden Fall vermieden werden. Eine Möglichkeit zur telefonischen Bestellung wird in Kürze ebenfalls eingeführt, wie es weiter heisst.

Start bereits am Dienstag

Die «eindrückliche Solidaritätswelle in der ganzen Schweiz» zeige, dass das Bedürfnis für einen weiteren Versorgungskanal für die Risikogruppen bestehe. Die Nachbarschaftshilfe startete am Dienstag im Einzugsgebiet der Migros Genossenschaft Aare (Aargau, Bern, Solothurn). Das Angebot soll baldmöglichst auf die ganze Schweiz ausgeweitet werden.

Die Migros reaktiviert dazu die Technologie ihres Bringdiensts Amigos und stellt diese vorübergehend für die Initiative zur Verfügung. «Wir erachten die gemeinsame Dienstleistung mit der Migros als ideale Ergänzung zu den bestehenden Hilfeleistungen vor Ort. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen und Wochen alle lokalen Organisationen noch mehr gefordert sein werden, um die Risikogruppen in der Deckung ihres täglichen Bedarfs zu unterstützen», wird Alain Huber, Direktor von Pro Senecute Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

Amigos sorgte im vergangenen Jahr auch für Kritik. Der Kurierdienst für Amigos wurde von der hauseigenen Ausgleichskasse als unselbstständige Tätigkeit eingestuft. Auch jetzt wird wieder Kritik laut. «Die Frage ist, wie die Migros das organisieren will», sagt Unia-Sprecher Philipp Zimmermann zu Bluewin. «Die Situation ist eine völlige andere als im letzten Jahr. Es geht ausschliesslich um Freiwilligkeit und Solidarität», entgegnet Migros-Sprecherin Cristina Maurer. (pd/cbe)

 



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