Nach Vorbild des Londoner Piccadilly Circus nimmt digitale Aussenwerbung das Stadtbild europäischer Metropolen immer stärker in Beschlag. Der Markt für Digital Signage legt trotz der in klassischen Medien spürbaren Werbeflaute ein rasantes Wachstum hin. Wie die Beratungsunternehmen Goldmedia und Screen Digest aufzeigen, beträgt der Anteil digitaler Aussenwerbung am gesamten Out-of-Home-Werbemarkt derzeit zwar erst vier Prozent. Bis 2012 wird dieser Wert jedoch auf zehn Prozent klettern.
Klassische Werbemedien wie das Plakat werden dabei zunehmend von leuchtenden, blinkenden und reflektierenden Sujets verdrängt. LED-Screens, Videoboards und audiovisuelle Werbeträger gewinnen hingegen an Bedeutung und erobern den öffentlichen Raum. Verbraucher drohen unausweichlich von der wachsenden Vielfalt reizüberflutet zu werden.
Während Grossbritannien europaweit nach wie vor den Spitzenplatz beim Einsatz und der Entwicklung von Digital-Signage-Projekten einnimmt, ziehen Grossstädte wie Berlin, Paris oder Wien bereits mit steigendem Tempo hinterher. "Die Erfahrungen aus Grossbritannien zeigen, dass die Akzeptanz der Verbraucher gegenüber digitaler Aussenwerbung hoch ist. Sie wird sogar gegenüber den klassischen Plakaten als innovativer und attraktiver empfunden", meint Goldmedia-Consultant Marcel Piopiunik gegenüber pressetext. Plakatwände werden etwa an Bahnhöfen, Flughäfen, in U-Bahnen oder am Point of Sale in Einkaufszentren immer häufiger von Bildschirmen und Videowalls ersetzt.
Digitale Lösungen dienen neben klassischen Werbezwecken auch als Informationsmedien oder für Corporate TV. Der Nettowerbeumsatz mit digitaler Aussenwerbung wird sich Goldmedia und Screendigest zufolge in den kommenden drei Jahren von derzeit rund 220 Mio. Euro auf über 630 Mio. Euro beinahe verdreifachen. Damit wachse der Markt für digitale Aussenwerbung in Westeuropa jährlich um durchschnittlich 29 Prozent. Zwar werde die Finanzkrise ihre Spuren hinterlassen. Auch im Jahresverlauf 2009 sei dennoch von einer "deutlich grösseren Anzahl" digitaler Werbeflächen auszugehen. (pte)

