Zürich Tourismus will mehr Gäste aus Russland an die Limmat locken und damit einen bereits bestehenden Trend nutzen: Seit 2008 ist die Stadt Zürich die Schweizer Reisedestination Nummer 1 für Russen. Sie hat Genf auf Platz 2 verwiesen. Wie Tourismusdirektor Frank Bumann am Dienstag vor den Medien sagte, kombinierten sie häufig Geschäfts- und Freizeittourismus und blieben dann auch länger in der Stadt, als die in der Gesamtschau durchschnittlichen 1,9 Nächte.
Die Gründe dafür ortet Zürich Tourismus unter anderem bei der einfacheren Einreise mit dem Schengen-Visum, wie Marketing-Chef Maurus Lauber erklärte. Zudem seien Wochenend- und Städte-Trips bei den Russen im Trend. Und bei 146 Millionen Einwohnern gebe es noch ein gehöriges Potential an zusätzlichen Gästen. Zürich Tourismus will die Chance dieses aufstrebenden Marktes durch gezielte Marketinganstrengungen nutzen. Einen City Guide gibt es laut Lauber bereits seit mehreren Jahren in russischer Sprache. Seit Anfang 2009 werben zudem eine Image- und eine Kongressbroschüre auf russisch. Anfang Oktober schliesslich wurde die Zürich-Tourismus-Website auf Russisch aufgeschaltet.
Die Inhalte sind gezielt auf russische Gäste zugeschnitten und unterscheiden sich teilweise von den Informationen der Website in anderen Sprachen. So gibt es etwa einen Link zu Informationen über die Zürcher Zeit von Lenin. Auch die Märkte im übrigen Osteuropa will Zürch Tourismus künftig besser erschliessen. Lauber ist überzeugt, dass die Osterweiterung der Europäischen Union dem Schweizer Tourismus neue Perspektiven eröffnet. (sda)

