Nestlé-Chef Peter Brabeck hat erstmals die frühere Nestlé-Schweiz-Chefin Nelly Wenger kritisiert. In einem Interview mit der Westschweizer Wochenzeitschrift "L'Hébdo" kam Brabeck auf den Marketing-Flop bei Cailler zu sprechen. Wenger habe es an Sensibilität für die Gegebenheiten des Marktes gefehlt, sagte Brabeck.
Die Verkäufe von Cailler waren 2006 nach einer aufwendigen Neugestaltung der Verpackung eingebrochen. Nestlé musste dann die Übung abbrechen und praktisch zum alten Erscheinungsbild zurückkehren. Zu verantworten hatte die Neugetaltung die damalige Chefin von Nestlé-Schweiz, Nelly Wenger.
"War es nötig, für ein Schweizer Produkt einen spanischen Koch und einen französischen Architekten beizuziehen", fragt Brabeck im Interview. Das habe die hiesigen Spezialisten verärgert. Dazu seien dann die Probleme mit Denner gekommen.
Der Discounter hatte die neue Verpackung als unökologisch kritisiert und sich geweigert, eine damit verbundene Preiserhöhung zu akzeptieren. Daraufhin hatte Nestlé Denner mit einem Lieferstopp belegt. Erst kürzlich wurde dieser Schoggi-Streit beigelegt; ab Anfang Oktober verkauft auch Denner wieder Cailler-Schokolade. (sda/pers)

