Die Studie «Rebellen, Bewahrer, Aufsteiger – Die neuen Persönlichkeitsprofile der Gen Z» basiert auf der «BlueMind Psychografie» von Blue Eyes Marketing, einem Instrument mit über 30’000 Referenzinterviews, ergänzt durch eine Befragung von 617 Personen. Es werden drei Profile gezeichnet: den sicherheitsorientierten «Guardian», den wertegetriebenen «Activist» und den leistungs- und aufstiegsorientierten «High Performer». Die Kernthese: Wer die Gen Z als homogene Gruppe anspricht, greift zu kurz. Entscheidend seien nicht demografische Kategorien, sondern Werthaltungen und psychografische Muster, heisst es in der Studie.
59 Prozent der Befragten geben an, grundsätzlich gerne zu arbeiten – ein Befund, der dem öffentlichen Bild einer arbeitsunwilligen Generation widerspricht. Diese Arbeitsfreude ist laut Studie jedoch stärker als bei anderen Altersgruppen an psychisches Wohlbefinden und Sinnhaftigkeit gekoppelt. Zudem sehen 56 Prozent der Arbeitnehmenden in ihren Vorgesetzten keine Vorbilder mehr. 20 Prozent fühlen sich am Arbeitsplatz geistig überfordert – der laut Studie höchste Wert im Generationenvergleich.
Die drei Profile unterscheiden sich dabei erheblich. Beim Thema Sinnhaftigkeit zeigt sich die grösste Kluft: Der «Activist» gewichtet sinnvolle Arbeit 51 Prozent über dem Generationendurchschnitt und ist bereit, dafür auf Lohn zu verzichten. Beim «High Performer» gilt das Einkommen hingegen als direkter Gradmesser für Erfolg; er liegt beim Sinn-Fokus 38 Prozent unter dem Schnitt. Beim Thema Nachhaltigkeit dreht sich das Bild: Hier zeigt der «High Performer» die höchste Bereitschaft zum Lohnverzicht – nicht aus moralischer Überzeugung, sondern weil er ökologische Stabilität als strategische Voraussetzung für seine eigene Zukunftsfähigkeit bewertet. Beim «Activist» steht die Wertehaltung im Vordergrund. 72 Prozent aller Befragten geben an, einen Arbeitgeber zu verlassen, wenn dessen Nachhaltigkeitsversprechen sich als reines Marketing herausstellt.
Zur Führungskultur hält die Studie einen scheinbaren Widerspruch fest: Drei Viertel der Gen Z betrachten flexible Arbeitszeiten und Homeoffice als Grundvoraussetzung, gleichzeitig geben 76 Prozent an, dass klare Strukturen und Vorgaben ihre Produktivität direkt beeinflussen. Die Studie fasst das so: «Freiheit funktioniert für sie nur dann, wenn das ‹Wie› und ‹Was› unmissverständlich geklärt sind.»
Die Studie wurde von Klar Employer Identity und Blue Byes Marketing gemeinsam initiiert und publiziert. Ein Auszug ist hier abrufbar. (pd/nil)

