Frau Sorgalla, Sie organisieren dieses Jahr bereits zum neunten Mal die X06, die Fachmesse für Marketing, Kommunikation und Event. Warum soll jemand Ihre Messe besuchen?
Jede Unternehmung muss sich heute mit Marketing beschäftigen, um im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Das Marketing der Zukunft wird mit grossen Umwälzungen konfrontiert, denn klassische Marketingmodelle werden immer mehr in Frage gestellt. Das Informationsbedürfnis steigt somit ständig. Die X als einzige Branchenplattform in der Schweiz mit einem hochstehenden Rahmenprogramm gibt einen umfassenden Überblick über zukünftige Trends, liefert Ideen und zeigt spannende Ansätze, wie klassische Marketingstrategien mit neuen Tools bereichert werden können.
Hat sich Ihr Angebot in den letzten Jahren verändert?
Ja, wir haben deutlich mehr Plattformen geschaffen, die sich dem Thema "Brainware" widmen. Sei dies mit dem Mediencafé, mit der Integration des Bereiches Weiterbildung, mit dialogischen Bereichen, die der Wissensvermittlung dienen, sowie mit zahlreichen Workshops, die parallel zur X laufen. Der konstruktive Dialog wird damit immer mehr zum zentralen Thema der Messe. Aber auch der Erlebnis- und Eventcharakter steht wieder vermehrt im Vordergrund. Mit der Integration des Xavers direkt in die Messe wird auch dieser Bereich ganz neue Impulse erfahren, und wir dürfen in der Eventhalle 4 dieses Jahr sicherlich ausgefallene Projekte erwarten.
Integrieren Sie neue Kommunikationstrends an der diesjährigen X06?
Die neuen Kommunikationstrends werden wir selbstverständlich wieder in unserem Rahmenprogramm aufgreifen, sei es im Xongress, im Mediencafé oder in Sonderausstellungen. Hier werden u.a. Consumer Trends, neueste Brandingstrategien, Future Marketing und Dialog Marketing durch hochkarätige internationale und nationale Referenten erlebbar gemacht. Innovative Rezepte, um sich heute in gesättigten Märkten beweisen zu können, sind also rund um die Messe ein zentrales Thema. Spannend dürften auch die neuen Ansätze im Seniorenmarketing "50 plus" sein, welche in diversen Foren als auch in einer Sonderausstellung präsentiert werden.
Nun gelten Marketing- und Kommunikationsbudgets als Indikator für den Zustand der Wirtschaft. Spüren Sie diesbezüglich bereits den viel zitierten Aufschwung?
Ja, teilweise. Wir veranstalten ja bekanntlich verschiedene Messen in den unterschiedlichsten Industrien. Bei einigen dieser Branchen bemerken wir einen deutlichen Aufschwung, es wird wieder verstärkt in Marketing und Kommunikation investiert. Allerdings werden diese Massnahmen heute viel stärker hinterfragt und die Messbarkeit des Erfolgs analysiert. Mit der X bewegen wir uns ausstellerseitig nach wie vor in einem schwierigen Umfeld. Viele Firmen -- vor allem Kleinbetriebe -- kämpfen nach wie vor mit Budgetproblemen und verhalten sich abwartend. Auf Besucherseite dürfte sich aber der konjunkturelle Aufschwung bemerkbar machen, da die Unternehmen wieder investieren, um ihr Unternehmen oder ihren Brand im Markt zu positionieren. Dazu braucht es clevere Ideen und Produkte, die an der X gezeigt werden.
Welche Zielgruppen wollen Sie mit der diesjährigen X'06 ansprechen?
Grundsätzlich sprechen wir alle Industriezweige mit der X an, da sich jedes Unternehmen heute mit Marketing befassen muss. Das Spektrum ist also dementsprechend breit. Die Besucher kommen aus allen Bereichen der Schweizer Wirtschaft und bilden einen repräsentativen Querschnitt aus klassischen Bluechip-Unternehmen und Klein- und Mittelbetrieben.
In der Schweiz arbeiten rund 10000 Leute im Kommunikations-, Werbe- und Marketingbereich. Inwiefern können Sie dieses Besucherpotenzial ausschöpfen?
Die X zieht seit neun Jahren jedes Jahr über 10'000 Besucher an, ein Potenzial von Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen, welches in der Schweiz an keinem anderen Ort so geballt erreicht wird. Zieht man den Vergleich mit ähnlich gelagerten Messen beispielsweise in Deutschland, ist das ein überdurchschnittlich gutes Resultat in einem relativ begrenzten Schweizer Markt.
Gibt es für Ihre Messe überhaupt noch ein weiteres Wachstumspotenzial auf Besucher- und Ausstellerseite?
In diesem schnelllebigen Markt gibt es immer wieder Bereiche, die sich verändern oder gar neu entstehen. Ich denke, dadurch entstehen auch stetig neue Ausstellungssegmente, die man in die Messe integrieren kann und die entsprechend neue Besucher anziehen werden.
Sie bezeichneten die X'06 auch als geeignete "Kontaktplattform" für den Kommunikationsbereich. Wie funktionieren solche Vernetzungen?
Die X wird seit Jahren als Treffpunkt der Kommunikationsbranche genutzt. Es ist immer wieder erstaunlich, wen man an dieser Messe alles treffen kann. Auch potenzielle Ausstellerfirmen, die uns im Vorfeld kommunizieren, dass diese Plattform für sie eher ungeeignet ist, trifft man plötzlich und teilweise während allen drei Tagen an der X, da sie doch die ideale Networking-Plattform darstellt. Es ist auch in Gesprächen während und nach der X immer wieder interessant, wie viele Leute aus der Kommunikationsbranche sich dort kennengelernt und konstruktive Gespräche geführt haben. Marketing ist ja schliesslich ein people business und lebt von persönlichen Kontakten. Der Mehrwert der X liegt in der Tatsache, dass alle Marktteilnehmer -- Branchenverbände, Interessengruppen, Aussteller -- konzentriert und einmal pro Jahr eine nachhaltige Plattform finden, um ihre Leistungen gezielt einem breiten Publikum zu präsentieren.

