Im Rahmen des Symposiums "Ethik 2002" für Führungskräfte in Wirtschaft und Politik vom 16. bis 18. Dezember, stellte das Lassalle-Institut die Ethik-Bilanz vor, die aufgrund einer Befragung der grössten Schweizer Unternehmen erstellt wurde. Das Resultat ist ein Praxis bezogenes Nachschlagewerk für Grossunternehmen und KMUs, das zeigt, wie es in der Schweizer Wirtschaft um ethische Standarts und Trends steht. Die Umfragen wurden in Zusammenarbeit mit Fuhrer & Hotz Marketing Consulting, Baar, durchgeführt.
Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass der branchenübergreifende Trend zur Globalisierung und die anhaltende Shareholder-Euphorie die ethische Perspektive der Unternehmensführung scheinbar weitgehend in den Hintergrund gestellt oder gar eliminiert haben. Demzufolge werden im Unternehmensalltag Diskussionen um ethische Anliegen nicht selten mit dem Argument "Sachzwang Markt" abgebrochen. Trotzdem besteht auf der Individual-Ebene gegenwärtig in Bezug auf den Stellenwert der Ethik eine grosse Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

