28.04.2006

WM-Markenstreit

Fifa-Niederlage in der Verlängerung

Markenschutz für "Fussball WM 2006" gelöscht.

Der deutsche Bundesgerichtshof hat gestern, Donnerstag, in einem Beschluss den Schutz der Marke "Fussball WM 2006" aufgehoben und eine vollständige Löschung aus dem Markenregister angeordnet. Damit hat sich der Süsswarenhersteller Ferrero nach langer Auseinandersetzung gegen die Fifa durchsetzen können.

"Dies ist natürlich eine herbe Niederlage für die Fifa. Ob die Auswirkungen jedoch dramatisch sein werden, bleibt abzuwarten, da für viele Unternehmen diese Entscheidung in zeitlicher Hinsicht möglicherweise zu knapp vor der Weltmeisterschaft gekommen ist", wie Lutz Leda, Anwalt von der Sozietät Arnecke Siebold und Experte in Sachen "Ambush Marketing", gegenüber pressetext betont.

Ferrero-Sprecherin Almut von Rissenback spricht von einem Sieg und meint, dass die Möglichkeit der Verwendung der Begriffe "Fussball WM 2006" und "WM 2006" im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Grossereignis damit erheblich erweitert worden ist.

Über die Schutzfähigkeit der Marke "WM 2006" erging gestern jedoch kein Urteil. Der Bundesgerichtshof wollte dazu keine abschließende Entscheidung fällen und verwies in diesem Fall an das Bundespatentgericht zurück, das nun weiter prüfen muss. Eine Entscheidung sei hier jedoch in den nächsten Wochen nicht zu erwarten, mein Leda.

Unabhängig davon bleibt die Marke "WM 2006" als so genannte Gemeinschaftsmarke für die Fifa in Europa eingetragen und geniesst deshalb weiterhin auch in Deutschland Schutz, wie der Fussball-Weltverband in einer Aussendung betont. Deutsche Gerichte hätten auf dieser Grundlage in der Vergangenheit bereits vielfach Dritten die Benutzung des Begriffes "WM 2006" untersagt.


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