Die Stiftung für Konsumentenschutz SKS, mit Stiftungsratspräsidentin Simonetta Sommaruga an der Spitze, fordert ein Werbeverbot für Junkfood-Werbung, die auf Kinder unter 16 Jahren abzielt. So soll nach dem Willen der Konsumentenschützer ein TV-Werbeverbot zwischen 6 und 21 Uhr, ein Werbeverbot in neuen Medien wie Internet oder SMS und in Schulen eingeführt werden.
Weiter sollen keine Aktionen durchgeführt werden dürfen, bei denen Geschenke oder Spielzeug gesammelt werden kann. Und was die Werbebotschafter angeht, soll den Firmen verboten werden, mit berühmten Persönlichkeiten oder Comicfiguren zu werben.
Sommaruga will mit der Kampagne Druck auf die Industrie und Werbewirtschaft ausüben, wie sie der "SonntagsZeitung" erklärt. "Ziel ist es, dass die Verantwortlichen von sich aus ihre Werbestrategien anpassen." Die Kampagne steht unter dem Patronat von Consumers International, einem weltweiten Verband von Konsumenten-Organisationen. Die SKS hofft, dass die Richtlinien des Verbandes auch in der Schweiz umgesetzt werden.
BAG beabsichtigt keine Einschränkungen
Bei Bundesamt für Gesundheit BAG setzt man auf die Eigenverantwortung der Konsumenten und der Industrie. "Zurzeit haben wir nicht die Absicht, die Lebensmittelwerbung einzuschränken", sagt Michael Beer vom BAG in der "SonntagsZeitung".
Auch die Schweizer Werbung hält nicht viel von Werbeverboten für Junkfood. "Es ist ein Trugschluss anzunehmen, ohne Werbung würden diese Produkte nicht mehr konsumiert", heisst es in einer Stellungnahme des Verbandes. Werbeverbote seien eine Bevormundung des mündigen Bürgers. "Kommt dazu, dass diese Verbotswelle zu einer verheerenden Entwicklung führt: Die Medien sind auf die Einnahmen aus der Werbewirtschaft angewiesen, fallen diese zunehmend weg, ist die Existenz der Medien und damit letztlich die Pressefreiheit bedroht."
Statt Werbeverboten, die in ihrer Wirkung umstritten sind, sollten die Konsumentenschützer nach Meinung der Schweizer Werbung besser aktive Verhaltensprävention fordern und grössere Eigenverantwortung.

