18.03.2015

GfM

“Freude und Dramen entscheiden über Gewinn und Verlust”

FCB-Präsident Bernhard Heusler sprach auf am Mittwoch über die Parallelen zwischen Spielfeld und Unternehmen.
GfM: “Freude und Dramen entscheiden über Gewinn und Verlust”

Emotionen und Geld in Einklang bringen, dazu sprach Bernhard Heusler, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates des FC Basel, am Mittwoch an der Marketing-Trend-Veranstaltung der Gesellschaft für Marketing im Dolder in Zürich.

Im Fussball sind Fans die Kunden und Spieler die Markenträger. Als Clubpräsident steht Heusler vor ähnlichen Herausforderungen wie viele Unternehmen. “Freude und Dramen entscheiden oftmals über Gewinn und Verlust”, sagte er vor den Zuschauern im Saal. Gehe ein wichtiges Spiel schlecht aus, werde oft von Versagen der Unternehmensführung gesprochen und der Trainer werde in Frage gestellt.

1,8 Millarden Franken in der Champions League

Im Fussball geht es um viel Geld. In der Königsklasse, der Champions League, wird am Fernsehen jährlich ein Betrag von 1,8 Milliarden Franken generiert. Doch der Ball auf dem Spielfeld lasse sich weder berechnen noch kontrollieren, sagt Heusler. Ihn als Präsident, der passiv am Spielfeldrand stehe, bringe dies oftmals in schwierige Situationen. Wichtig sei dann: “Professionalität”.

Als Frühungsperson, dürfe man sich - anders als die Teammitglieder - bei Erfolg oder Drama nicht von den Emotionen wegtragen lassen. Wie jeder Chef müsse man Probleme ansprechen und Verbesserungsmöglichkeiten ins Spiel bringen, um das Unternehmen vorwärts zu bringen. “Wenn man everybodys Darling sein will, ist man in der Führung falsch", sagt er. Führen heisse, schwierige und unangenehme Entscheidungen zu treffen.

"Sport ist Entertainment"

Zudem kommt Heusler auf die Zuammenarbeit mit den Medien zu sprechen. “Sport ist Entertainment”, sagt er dazu. Medien und Fussball bräuchten sich gegenseitig. Als Clubpräsident müsse er damit Leben, dass es häufig mehr interessiere, wenn ein Spieler zu schnell mit dem Auto unterwegs war, als wenn er ein Goal schiesst. Die Zeitungen machten aus Spielern Stars und am nächsten Tag würden sie abgesägt, fügt er an.

Auch wenn viel Geld im Spiel ist: Für Heusler sind die Spieler kein Investitionsgut, sondern Menschen. Mit Spielen wie jenes gegen Real Madrid sei für die jungen Männer ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Dem Club sei es ein Anliegen, dass die Spieler das Vertrauen des Vereins spüren. Nur so könne sich jedes Teammitglied - egal auf oder neben dem Spielfeld - entwickeln. “Aus Vertrauen wird Selbstvertrauen”, so laute seine Devise. Denn gerade bei wichtigen Spielen, sei der Druck, der auf den Schultern der Spieler laste, sei enorm. Die Investition in jeden einzelnen lohne sich: "Auf dem Spielfeld entscheiden die Tore, bei Unternehmen sind es gute Zahlen." (wid)

Bild: Keystone


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