Der kriselnde Internet-Konzern Yahoo streicht nach einem erneuten Gewinn- und Umsatzrückgang weltweit nochmals rund fünf Prozent aller Stellen. Die bereits dritte Abbauwelle trifft etwa 700 der zuletzt 13 500 Mitarbeiter. Der Konzern plant zudem weitere Kosteneinschnitte, sagte die seit rund 100 Tagen amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz am Dienstagabend am Konzernsitz im kalifornischen Sunnyvale.
Der neue Stellenabbau erfolge gezielt und nicht wie zuletzt nach der Rasenmäher-Methode, sagte Bartz. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo! insgesamt 2400 Jobs gestrichen. Bartz startete direkt nach ihrem Amtsantritt im Januar einen Konzernumbau und sorgte für eine grosses Stühlerücken im Management. "Die Wirtschaftslage bleibt eine grosse Herausforderung für uns", warnte Bartz. Neue Spekulationen um eine doch noch mögliche Allianz mit dem Softwareriesen Microsoft wollte sie nicht kommentieren. Im Gegensatz zum Konkurrenten Google musste Yahoo! massive Einbussen bei den Werbeeinnahmen hinnehmen.
Während Google zuletzt seinen Werbeumsatz um fünf Prozent steigern konnte, sanken die Einnahmen bei Yahoo um 13 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Dollar. Google betreibt vor allem Text-Werbung im Umfeld der Such-Funktion. Yahoo erzielt dagegen den Grossteil seiner Einnahmen mit Display-Werbung (Banner). Google profitiert in der Krise besonders von seiner Grösse - viele Werbekunden konzentrieren ihre knapperen Budgets auf die führende Plattform.
Der Konzernüberschuss von Yahoo fiel im ersten Quartal um fast 80 Prozent auf 118 Mio. Dollar. Der Konzern hatte jedoch ein Jahr zuvor einen hohen Einmalgewinn erzielt. Für das laufende Quartal erwartet der scheidende Finanzchef Blake Jorgensen einen Umsatz zwischen 1,43 und 1,63 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn soll 80 bis 90 Mio. Dollar erreichen. (sda)

