04.04.2016

Admeira

Glückwünsche, Sorgen und vor allem hohe Erwartungen

Am Montag startete das Joint Venture von Swisscom, SRG und Ringier den Betrieb. persoenlich.com hat Reaktionen aus der Werbe- und Kommunikationsbranche eingeholt.
Admeira: Glückwünsche, Sorgen und vor allem hohe Erwartungen

«Was erwarten Sie von der Werbeallianz Admeira?» Diese Frage hat persoenlich.com elf Grössen aus der Werbe- und Kommunikationsbranche gestellt. 

Roland Ehrler, Direktor Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA)

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«Der SWA wünscht sich, dass Admeira jetzt die angekündigten Innovationen und attraktiven, crossmedialen Angebote rasch verwirklicht. Ebenso wünschen sich die Werbeauftraggeber künftig die Möglichkeit zu haben, im TV zielgruppenspezifische Werbung schalten zu können. Und dies nicht nur auf den SRG-Kanälen sondern auch auf den privaten TV-Stationen. Weiter appellieren wir an die Verantwortung eines solch grossen Werbeplayers, uns dabei zu helfen, dass die verschiedenen Mediaforschungen noch schneller und besser der Realität angepasst werden.» 

Urs Schaeppi, CEO Swisscom

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«Heute verfehlt ein Teil der Werbung ihre Wirkung, weil die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht ausgeschöpft werden und die Werbebotschaften nicht effizient die gewünschten Zielgruppen erreichen. Ich erwarte von Admeira neue, innovative Werbeformen und übergreifende Angebote. Vom neuen Schub profitieren sowohl die Werbeauftraggeber, Medienunternehmen wie auch die breite Bevölkerung.»

 Christoph Tonini, CEO Tamedia

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«Als Branchenkollege, der seit mehr als zwanzig Jahren in der Medienbranche arbeitet, die Lancierung zahlreicher neuer Angebote miterlebt hat und einige Mitarbeitende von Admeira persönlich kennt, wünsche ich dem Team rund um Martin Schneider einen guten Start. Als CEO eines privat finanzierten Medienunternehmens begrüsse ich zwar den Wettbewerb, Admeira tritt aber mit ungleichen Spiessen gegen die privaten Medienunternehmen an. Trotzdem dürften sie erstmals auch damit zu kämpfen haben, dass Interessenskonflikte vorprogrammiert sind und die drei Partner bisher mit ganz verschiedenen Kulturen unterwegs waren. Als Bürger mache ich mir Sorgen um die Medienvielfalt in der Schweiz, wenn nun zwei staatlich kontrollierte oder finanzierte Unternehmen gemeinsam mit einer privaten Mediengruppe den Schweizer Werbe- und Medienmarkt konsolidieren wollen. Und das noch vor der notwendigen politischen Grundsatzdebatte. Das ist ein schlechtes Signal für den Medienplatz Schweiz.»

Frank Bodin, CEO Havas Worldwide und Präsident ADC

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«Das erwarte ich von Admeira: 1. Durch die Bündelung der Kräfte wie angekündigt eine Stärkung des Schweizer Medienmarktes gegenüber der ausländischen Konkurrenz, 2. Reinvestitionen in Technologie, um die Attraktivität der Schweizer Medienlandschaft zu stärken. 3. Fairness.»

Christoph Marty, CEO Publicitas AG

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«Ich erwarte einen fulminanten Start auf der kommunikativen Ebene und bin neugierig, ob die Angebote mit den in den letzten Wochen kolportierten Erwartungen Schritt halten können. Ich werde mit Spannung verfolgen, welche Wege mit dem viel gepriesenen Perspektivenwechsel verlassen und welche in der Mediabetrachtung und –vermarktung neu gegangen werden.»

Ralph Büchi, VR-Delegierter Ringier Axel Springer Schweiz AG, President International Axel Springer

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«Ich freue mich auf eine exzellente Zusammenarbeit mit Admeira! Wir sehen diese Werbeallianz als eine mutige und strategisch richtige Antwort auf die rasanten Entwicklungen in einem digitalisierten Werbemarkt. Der Schweizer Markt ist klein, Lösungen müssen gemeinsam gefunden werden.»

Thomas Meier, Kommunikationsbeauftragter Dachorganisation der kommerziellen Kommunikation

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«Von Admeira erwarte ich zusätzliche Dynamik für den Werbemarkt Schweiz, die ihm nur gut tun kann. Der global tätigen Konkurrenz kann nur mit neuen Ansätzen und neuer Denkweise Paroli geboten werden. Allerdings wird einiges davon abhängen, ob zielgruppenspezifische Radio- und TV-Werbung letztlich bewilligt wird oder nicht. Mit ihr würden die Argumente für Buchungen auf der neuen Plattform sicherlich zusätzliches Gewicht erhalten.»

Roger de Weck, Generaldirektor SRG SSR

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«Von Admeira erwarte ich genau das, was der Schweizerische Werbe-Auftraggeberverband SWA erwartet, dessen Mitglieder jährlich 5 Milliarden Werbefranken ausgeben. Der SWA verspricht sich vom neuen Vermarkter mehr Wettbewerb im Schweizer Werbemarkt und innovative Angebote in verschiedenen Mediengattungen – denn das Silo-Denken vieler Marktteilnehmer hat dies bisher behindert. Admeira hat in allererster Linie den Werbeauftraggebern zu dienen, sie sind Ihre Raison d'être. Und gewiss wird das Unternehmen in der Schweiz manche Partner der Zusammenarbeit und Inventargeber finden: Genau dafür ist diese offene Werbe-Plattform angelegt.»


Axel Wüstmann, CEO AZ Medien

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«Wir erwarten eine Etablierungsphase bis sich das Joint Venture formiert hat. Im Weiteren sind wir gespannt, wie der von Roger de Weck in der NZZ erwähnte diskriminierungsfreie Zugang zur Vermarktungsallianz umgesetzt wird.»

Geri Aebi, Präsident Leading Swiss Agencies

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«Wer mit Admeira einen Namen wählt, der sich – ohne vertiefte Kenntnisse des Angloromanischen – nur mit Bewunderung übersetzen lässt, von dem darf man natürlich einiges erwarten. Im Ernst: Die Werbeauftraggeber, so war an der SWA-Jahrestagung deutlich zu vernehmen, erhoffen sich nicht zuletzt auch preislich besonders attraktive Paket-Angebote. Da dies nicht zwingend im Sinne der Allianz-Erfinder sein dürfte, werden sich diese sicher bemühen, zielgruppenspezifisch und datentechnisch möglichst clevere und innovative Lösungen zu präsentieren, mit denen die Kunden und Konsumenten über mehrere Kanäle speziell effektiv und effizient angesprochen werden können. Aus Agentursicht könnten sich so interessante zusätzliche Möglichkeiten für zeitgemässe Storytelling-Konzepte und vernetzte Smart Data-Kommunikation ergeben, um auch noch zwei derzeit besonders arg strapazierte Buzzwords zitiert zu haben.»

Michi Frank, CEO Goldbach Group

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«Im Interesse eines funktionierenden crossmedialen Werbemarktes haben wir immer gleiche Daten für alle gefordert. Nur wenn alle Marktpartner über gleiche Voraussetzungen verfügen, können die Werbeauftraggeber alle Zielgruppen ansprechen und nicht nur einzelne Segmente. Am Start von Admeira ist diese Voraussetzung für Wettbewerb leider noch nicht gewährleistet. Hingegen haben WEKO und UVEK mit ihren Entscheiden den Weg freigemacht für crossmediale Lösungen. Das ist gut, wir glauben an die Konvergenz.»

Bilder: Keystone/zVg 

 

 

 


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KOMMENTARE

Max Goldmann
04.04.2016 16:42 Uhr
Drei Patienten in einem Zimmer werden selten schneller gesund. Aber einen Versuch ist es Wert. Nach wie vor sind Quote, Reichweite und Auflage die Währung der Branche. Wenn die nicht stimmen, ist auch Admeira nicht hilfreich. Etwas viel Provinz, wenig internationales Denken.
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