24.04.2007

Toyota

GM als weltgrössten Autobauer überholt

Im ersten Quartal mehr Fahrzeuge verkauft.

Nach 76 Jahren als weltgrösster Autobauer hat General Motors seine Vormachtstellung an den japanischen Rivalen Toyota verloren. Das Unternehmen aus Fernost verkaufte nach Angaben vom Dienstag im ersten Quartal 2,35 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von neun Prozent und so viele wie noch nie in diesem Zeitraum. Die Opel-Mutter GM konnte ihren Absatz von Januar bis März zwar um drei Prozent ebenfalls auf eine eigene Rekordmarke von 2,26 Millionen Fahrzeugen steigern, musste damit aber die Spitzenposition abgeben.

Branchenexperten rechnen damit, dass Toyota dem 99 Jahre alten US-Traditionskonzern auch im Gesamtjahr den Rang ablaufen wird. Bei Gewinn, Marktkapitalisierung und Bargeldreserven liegen die Japaner ohnehin schon weit vor ihrem Konkurrenten. Selbst auf dem US-Markt macht Toyota GM immer mehr Marktanteile streitig.

Der japanische Konzern stellt mit dem "Camry" das derzeit beliebteste Auto der USA her. Das Unternehmen mit der Luxusmarke Lexus und den Töchtern Daihatsu und Hino peilt bis 2010 einen Marktanteil von 15 Prozent an. GM schätzt, dass sein Marktanteil mit Marken wie Opel, Chevrolet, Cadillac und Saab im ersten Quartal leicht um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent gesunken ist.

Aggressive Modellpolitik

Experten führen Toyotas erfolgreiche Aufholjagd auf eine aggressive Modellpolitik zurück. "Toyota konnte auf der ganzen Welt Zuwächse verzeichnen, während GM lediglich in China zulegen konnte", sagte Analyst Koji Endo von Credit Suisse Securities. Dabei profitiert Toyota davon, dass seine Fahrzeuge günstiger und sparsamer sind und als sicherer und wenig pannenanfällig gelten. GM setzt dagegen immer noch auf renditeträchtige Spritschlucker, um aus seiner Finanzmisere zu kommen.

Das US-Unternehmen versucht mit Hilfe eines umfangreichen Sanierungsprogramms wieder die Gewinnzone anzusteuern. 2005 fuhr der Autogigant 12 Mrd. Dollar Verlust ein, 2006 war es immer noch ein Minus von drei Milliarden. Toyota erwartet dagegen einen Nettogewinn von umgerechnet 13 Mrd. Dollar im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr.


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