Robert Furger, Google hat einen neuen Landkartenservice in der Schweiz lanciert. Was bedeutet das für ihren Karten-Service map.search.ch?
Wir profitieren ganz direkt davon, in dem das Thema interaktive Karten noch mehr Aufmerksamkeit bekommt und in den Medien und Agenturen dadurch auf grösseres Interesse stösst. Wir können mit unserem Kartendienst auf dieser Welle, die Google nun ausgelöst hat, mitschwimmen.
Aber Google macht Ihnen doch das Geschäft streitig.
Wie in jedem Branchenumfeld gibt es Mitbewerber. Das belebt das Geschäft. Die Frage ist aber eher, wie ergeht es den Medien, die noch nicht auf den Online-Markt gesetzt haben. Was geschieht beispielsweise mit all den physischen Stadtplänen auf Papier -- wie lange braucht es die noch?
Was für ein Verhältnis haben Sie denn zum internationalen Such-Giganten?
Würden wir Google als bösen Konkurrenten ansehen und die Konfrontation suchen, hätten wir schon lange verloren. Google ist Mitstreiter und Marktentwickler -- auch für uns. Wir könnten niemals ein solches Medieninteresse wecken, wie unser Mitbewerber.
Gibt es bei den Suchmaschinen-Usern so etwas wie eine Markentreue?
Der Konsument benutzt nicht ausschliesslich nur einen Informations- oder Suchdienst. Für seine spezifischen Probleme benutzt er denjenigen Service, welcher ihm auf diesem Gebiet die besten Lösungen bringt. Und für die Schweiz bietet search.ch Angebote an, die sicher mehr als nur mit Google mithalten können.
Warum geben Sie sich mit dem lokalen Markt zufrieden? Haben Sie keine grösseren Ambitionen, schliesslich ist das Internet nicht regional gebunden?
Das World Wide Web ist zwar nicht örtlich gebunden, aber der Standort, an dem Sie mit ihrer Internetfirma starten, hat grossen Einfluss auf die Marktmöglichkeiten. Gehen sie in Nordamerika mit einem Suchdienst an den Start, haben sie 250 Millionen potentielle Nutzer -- in der Schweiz sind es vier Millionen. Und dann ist auch die Investitionsfreudigkeit ins neue Medium in der Schweiz nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern. Alles, was wir bei search bis heute gemacht haben, haben wir selber finanzieren müssen.
Google hat in der Schweiz eine marktbeherrschende Stellung, was die Werbung auf Suchmaschinen-Portalen betrifft. Wie bekommt das search.ch zu spüren?
Google hat das Thema Online-Werbung in die Chefetagen der Auftraggeber hineingetragen. Wir bemerken, dass wir heute mehr und grössere Budgets für uns an Land ziehen können als früher. So paradox es klingt: Google hilft uns. Wir wären in der Schweiz ohne die internationalen Player sowohl was die Nutzung von Online-Diensten als auch die Einnahmenseite angeht nie so weit gekommen. Das Rampenlicht, das die Grossen in den Medien erhalten, strahlt auch auf uns positiv ab.
Warum wird in der Schweiz im Vergleich zum Ausland immer noch so wenig in Online-Werbung investiert? Gemäss Media Focus waren es 2006 gerade einmal 1.4 Prozent der gesamten Werbeinvestitionen.
Die klassischen Medien haben gute Arbeit geleistet und sind gut vernetzt. Bei vielen Online-Medien fehlte bisher der Druck, damit wirklich Geld verdienen zu müssen, weil die Haupteinnahmequelle der Unternehmen aus anderen Bereichen stammen. Es hapert dann oft an der letzten Konsequenz bei der Marktbearbeitung. Dies beginnt sich jetzt aber spürbar zu ändern.
Google tritt auch als Werbevermittler auf. Ist das künftig auch für search.ch denkbar?
Nein, wir konzentrieren uns auf unsere Informations- und Suchdienstleistungen und auf das Anbieten von attraktiven Werbeplätzen auf unseren Online-Plattformen, dies sowohl für Agenturen und Grosskunden, wie auch für kleine und mittlere Kunden mit den entsprechenden Angeboten und Produkten.
Welche Innovationen darf man von search.ch in nächster Zukunft erwarten?
Sicherlich werden wir wie bis anhin unsere Suchmaschine und unser Onlinetelefonverzeichnis weiter verbessern. Bei immo.search.ch versuchen wir weitere Immobilienanbieter auf unser Metaportal einzubinden, damit der User auf unserer Schweizer-Immobilienkarte sich umfassend über freie Immobilien informieren kann. Und nebst der gerade neu entwickelten Geo-Informations-Suche (Suche nach Bergen, Flüssen, Täler, usw.) auf unserer map.search.ch Karte, werden wir in den nächsten Monaten diesen Dienst entscheidend weiterentwickeln.
(Interview: Stefan Wyss)

