19.01.2007

Deutschland

Guerilla- und Virales Marketing fassen Fuss

Rebellenwerbung kommt bei Firmen immer besser an.

Unkonventionelle Werbeformen wie etwa Guerilla- oder Virales Marketing schlagen in Deutschland langsam aber sicher Wurzeln. Ob Puma, Mercedes, E-Plus, T-Online oder Condor, unkonventionelle Werbeformen sind fester Bestandteil in der Kommunikationsstrategie von immer mehr deutschen Unternehmen. Auftrieb hat Virales Marketing durch die Ausbreitung des Internets und den Boom von Social-Networking-Portalen erfahren.

Witzige Werbespots finden etwa auf YouTube eine perfekte Plattform, die als Basis für die Verbreitung von User zu User dient. Ältere Beispiele für Virales Marketing sind etwa das Spiel Moorhuhn oder der Low-Budget-Film Blair Witch Project. Mercedes wirbt derzeit für seine E-Klasse mit einem Blondinenwitz auf YouTube. Der Spot ist innerhalb von zwei Wochen über 11'000 Mal abgerufen worden.

Bei der Markteinführung von vybemobile, dem Mobile-Music-Angebot von E-Plus, wurden im vergangenen November an strategischen Orten Graffiti-Sprüh-Aktionen in mehreren deutschen Städten veranstaltet. "Diese mutige Aktion hat die Markeneinführung auf jeden Fall unterstützt und Akzente gesetzt", sagt Jörg Müller, Sprecher von E-Plus, gegenüber pressetext. Alternative Massnahmen hätten ihren festen Platz in der Kommunikationsstrategie von E-Plus. "Aber sie können nie für sich alleine stehen", unterstreicht Müller.

Prinzip ist die Mundpropaganda

Virales Marketing lässt sich nicht allein auf das Internet beschränken, denn letztendlich spielt es keine Rolle welches Medium die Botschaft trägt. Das Prinzip ist die Mundpropaganda. Allerdings habe das Internet Mundpropagandaprozessen Vorschub geleistet, so Zorbach. "Alle Werbeformen, auch die klassischen, können viralen Charakter erreichen", unterstreicht hingegen Christoph Salzig, Sprecher des Bundesverband Digitale Wirtschaft, im pressetext-Gespräch.

Unternehmen wie Werbeexperten sind überzeugt, dass Virales und Guerilla-Marketing in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Die Handvoll Werbeagenturen, die hierzulande auf diese unkonventionellen Werbemethoden spezialisiert sind, wachsen. Die von David Eicher gegründete Münchner Agentur Webguerillas hat vor fünf Jahren mit drei Mitarbeitern begonnen und beschäftigt mittlerweile 35 Personen. Zu den Kunden gehören Puma, T-Online und Lee.


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