12.11.2004

Studie

Handys verbessern Sicherheitsgefühl der Bevölkerung

Nutzen bei Notrufen unbestritten hoch.

Bereits mehr als 50 Prozent aller Notrufe werden von einem Handy aus getätigt. Die zunehmende Bedeutung des Handys hat das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessert und die Notrufabsetzung beschleunigt. Dies zeigt eine Umfrage, die vom Forum Mobilkommunikation zusammen mit dem Ostschweizer Polizeikonkordat durchgeführt wurde.

Der Siegeszug der mobilen Kommunikation hat auch im Bereich der Notfallnummern 112 (europäischer Notruf), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr) und 144 (Sanität) Spuren hinterlassen. Gingen in den Ostschweizer Kantonen im Jahr 2000 noch ein Viertel aller Notrufe von einem Handy aus, waren es im Jahr 2003 bereits 58 Prozent. Die Schätzungen für das Jahr 2004 betragen 64 Prozent, für 2005 72 Prozent.

Mehr Sicherheit

Die gemeinsam vom Forum der Mobilkommunikation und den Chefs der Notrufzentralen des Ostschweizer Polizeikonkordates (Ostpol) durchgeführte Bestandesaufnahme zeigt, dass mit der wachsenden Bedeutung des Mobilfunks zahlreiche Vorteile, aber auch einige Nachteile verbunden sind.

Die Chefs der Notrufzentralen sind sich einig, dass das Handy das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessert hat und eine schnellere Notrufabsetzung ermöglicht. Die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation tragen dazu bei, dass sich die Überlebenschancen von Betroffenen in Brandfällen und medizinischen Notfällen erhöhen. Auch können Privatpersonen mit Handys zur Lösung von polizeilichen Fällen beitragen.

Einen sehr hohen oder hohen Nutzen attestieren die Verantwortlichen der Kantone in der Umfrage dem Handy für die Alarmierung bei Bergunfällen, Verkehrsunfällen und Kriminaldelikten. Als grössten Pluspunkt betrachten sie, dass die Disponenten in den Einsatzzentralen dank dem Handy mit der Privatperson vor Ort in Kontakt bleiben können und dass Rückrufe an den Ort des Geschehens möglich sind. Damit verbunden ist die Möglichkeit, den Personen vor Ort Anweisungen zu geben.

Keine direkte Anrufkennung

Im Gegensatz zu den Anrufen aus dem Fixnet vermissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Notrufzentralen beim Handy die direkte Anruferkennung und die Verbindung zum Geografischen Informationssystem (GIS). Sie sind daher auf genaue Standortbeschreibungen der Anrufenden angewiesen.

Da das Handy schnell zu Hand ist, gehen bei Grossereignissen überdurchschnittlich viele Anrufe zum gleichen Fall ein. Dies kann zu einer Überlastung der Einsatzzentralen führen. Weniger gross ist die Bedeutung des Handys für interne Organisation bzw. Alarmierung der Rettungsorganisationen.

In einzelnen Kantonen (Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Schaffhausen) kommt das Handy nebst Pager und Funk zum Einsatz. In anderen (Appenzell Ausserrhoden, Glarus, St. Gallen) wird ganz oder teilweise darauf verzichtet. Jedes Kommunikationssystem hat Vor- und Nachteile, die unterschiedlich gewichtet werden. Im Kanton St. Gallen beispielsweise wird der Status der Rettungsfahrzeuge per SMS der Einsatzzentrale zugeleitet.

Gemeinsame Projekte

Befragt nach der Zukunft, wünschen sich die Chefs der Notrufzentralen der Ostschweizer Kantone eine verbesserte bzw. vereinfachte Handyortung, die Rückerkennung von Handanrufern sowie die Behebung von "Funklöchern“. Grosses Potential attestieren sie Handys mit integriertem GPS (Bedingung: aktualisierte Koordinaten).


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