02.02.2006

Studie

Handywerbung erreicht Zielgruppe punktgenau

Nutzen muss für Kunden jedoch ersichtlich sein.

Wissenschaftler der Universität Augsburg fanden in einer Studie heraus, dass Werbung auf dem Handy eine Erfolg versprechende Möglichkeit ist, seine Zielgruppe exklusiv und punktgenau zu erreichen. Funktionieren könne die mobile Werbung aber nur mit der Einwilligung des Empfängers. Und die werde am besten durch finanzielle Vorteile wie Coupons und Rabattgutscheine erreicht, so die Studie.

"Für den Kunden muss ein klarer Nutzen ersichtlich sein, sonst empfindet er die mobile Werbebotschaft als Werbemüll", erklärt Dietmar Wiedemann, Leiter der Studie, im Gespräch mit pressetext. Für die jüngere Zielgruppe der 14- bis 25-jährigen seien mobile Spiele, Klingeltöne, Hintergrundbilder und Filmtrailer zum gratis Download ein guter Anreiz, an den mobilen Werbeaktionen teilzunehmen, berichtet Mobile-Marketing-Experte Wiedemann.

Zunächst muss allerdings mit Hilfe anderer Werbeträger auf die Handy-Kampagne aufmerksam gemacht werden. Am besten eigneten sich hierzu Aufdrucke auf Produktverpackungen, die Informationen darüber geben, wie der Kunde an der jeweiligen Aktion teilnehmen kann, ergab die Studie der Augsburger. Meistens erfolgt die Anmeldung zu den Werbeaktionen per SMS.

"Neben der klassischen Form der mobilen Werbung per SMS sind auch MMS und WAP gut geeignet, die jeweilige Zielgruppe zu erreichen", berichtet der Augsburger Wissenschaftler. Zwar muss der Kunde für die Kosten der WAP-Verbindung aufkommen, aber bei einem attraktiven Download-Angebot sei dies eher nebensächlich. Zudem, so kann sich Wiedemann vorstellen, sei es auch gut möglich, dass in Zukunft mehr Leute eine WAP-Flatrate nutzen werden. Wichtig sei dagegen, dass der Kunde auch wirklich nur die Werbung zugestellt bekommt, die für ihn relevant ist. Da das Handy einen noch persönlicheren Charakter als die E-Mail-Adresse besitzt, reagieren die Kunden bei Handy-Werbung auf Spam noch empfindlicher, fanden die Wissenschaftler heraus.

Laut EU-Richtlinie muss bei mobiler Werbung ohnehin die Einverständniserklärung des Kunden, in Fachkreisen "Opt-In" genannt, eingeholt werden. "Natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter den Werbetreibenden", berichtet Dietmar Wiedemann. "Die grösseren Unternehmen achten aber darauf, keine ungewollte Werbung zu verschicken. Damit schaden sie sich letztendlich nur selbst."


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