25.02.2010

St. Moritz

Hanspeter Danuser ist nicht mehr Markenbotschafter

Knatsch im Engadin. Kurdirektor sei "schäbig abserviert" worden.

Ab Mai gibts keinen "Mister St. Moritz" mehr. Der Kurverein St. Moritz hat seinem langjährigen Direktor Hanspeter Danuser mitgeteilt, dass er ihn in der Funktion des Markenbotschafters nicht mehr brauche und für ein weiteres Mandat die Mittel fehlten. Als Botschafter habe er in den vergangenen eineinhalb Jahren in zahlreichen Referaten, Präsentationen und Interviews über St. Moritz und das Engadin berichtet, schreibt Danuser in einer Medienmitteilung. Er werde sich dem Thema Marke auch in Zukunft widmen, so der Kurdirektor weiter. Die ETH Zürich bot ihm letzte Woche einen Lehrauftrag über Marken-Strategie und -Führung an.

Danuser über Absetzung verärgert

"Mister St. Moritz" fühlt sich "schäbig abserviert". An der neuen Markenstrategie der Region lässt er nichts Gutes. "Ich weiss nicht, warum ich plötzlich in Ungnade gefallen bin", sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Als alphornblasender, jovialer Kurdirektor machte Danuser St. Moritz immerhin zum weltweit bekanntesten Schweizer Ferienort und erlangte auch selber einige Bekanntheit, weit über die Tourismusbranche hinaus.

Mit der neugegründeten Tourismusorganisation Engadin St. Moritz ist Danusers Posten überflüssig geworden, weil die neue Organisation die meisten Aufgaben der örtlichen Kurvereine im Oberengadin übernahm. Der Vorwurf, Danuaser sei "schäbig abserviert" worden, lässt die Tourismusdirektorin Ariane Ehrat nicht stehen. Eine Verlängerung von Danusers Mandat sei nie vorgesehen gewesen. Das Übergangsmandat habe man nur für die Zeit der Erarbeitung einer gemeinsamen Markenstrategie von Engadin St. Moritz geplant. Jetzt setzte man die neue Strategie um.

Mit möglichst vielen Markenbotschaftern, auch aus der Bevölkerung, wolle man von Innen nach Aussen wachsen, sagt Ehrat und betont: "Wir wünschen uns Hanspeter Danuser als einen der Markenbotschafter sehr. Er wäre für uns ausserordentlich wertvoll, wenn er hinter der neuen Strategie stehen kann." Das allerdings kann der international beachtete Marketingprofi aber ganz und gar nicht. Die Strategie sei absolut dilettantisch. "Es tut mir einfach weh, wie der Marke St. Moritz geschadet wird", sagt der ehemalige Kurdirektor. Seit drei Jahren sei St. Moritz im Markt praktisch nicht präsent. Schuld sei der Vorstand, und Direktorin Ehrat müsse die Suppe nun auslöffeln. (sda/per)


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