Erstmals seit 51 Jahren ist kein Schweizer mehr Generalsekretär der FIFA. Das Exekutivkomitee des Weltverbandes segnete in Zürich den Vorschlag von Präsident Joseph S. Blatter ab und wählte den Franzosen Jérôme Valcke zum neuen Generalsekretär.
Zu seinem Stellvertreter wurde Markus Kattner berufen. Der Deutsche leitete die Geschäfte nach dem Rücktritt des Schweizers Urs Linsi am 11. Juni 2007 interimsweise. Die Wahl Valckes überrascht insofern, als dass der ehemalige Marketingdirektor der FIFA nach der "Mastercard-Affäre", welche die FIFA insgesamt 60 Millionen Dollar kostet, im vergangenen Dezember freigestellt wurde.
Präsident Joseph Blatter stellte klar, dass Valcke nicht entlassen, sondern lediglich freigestellt wurde und betonte: "Starke Leute holt man zurück. Als er vor 4 1/2 Jahren seine Tätigkeit als Direktor Marketing und TV bei der FIFA aufnahm, steckten wir in roten Zahlen. Jetzt verfügen wir über ein Vermögen von 752 Millionen Franken. Und Urs Linsi verliess uns freiwillig". Valcke ist 46-jährig, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er war zuvor beim französischen TV-Sender "Canal+" als Journalist und ab 1991 als stellvertretender Sportchef tätig. Danach wechselte er in leitender Funktion ins Operating zu den Firmen "Sport+" und "Sportfive".
Auch zur strittigen Frage des Verbots von FIFA-Spielen über 2500 m nahm das Exekutivkomitee Stellung und erweiterte (auf politischen Druck?) die Toleranzschwelle unter 3000 m. Der erstinstanzlich getroffene Entscheid aus medizinischen und sportethischen Gründen, Spiele nur bis auf eine Höhe von 1500 m zuzulassen, wurde grundsätzlich bekräftigt. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Ende Oktober wird in Zürich eine Konferenz einberufen, die neben dem Aspekt der Höhe, auch die Hitze, die Kälte und Feuchtigkeit auf deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Spieler berücksichtigt. (sda)

Der neue FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke.

