Immer mehr Kantone verbieten Plakatwerbung für Tabakprodukte. In den beiden Basel, Genf, Bern, Graubünden, Solothurn, St. Gallen, Thurgau, Waadt und Zug sind sie bereits in Kraft, in sechs weiteren Kantonen werden sie aller Voraussicht nach folgen. In Zürich wird der Entscheid für ein Werbeverbot Anfang kommende Woche erwartet.
Die Tabakindustrie, die von den Werbeverboten am stärksten betroffen ist, hat den Kampf gegen ein Verbot der Plakatwerbung schon seit längerem verloren gegeben. Der Branchenverband "Swiss Cigarette" hat deshalb bei der "Allianz gegen Werbeverbote" nur noch Beobachterstatus. "Wir können uns den gesellschaftlichen Erwartungen für strengere Regulierungen langfristig nicht entgegenstellen", sagt Marc Fritsch, Pressesprecher von Philip Morris gegenüber der Basler Zeitung. Deshalb unterstütze man Regulierungen, die dem Jugendschutz dienten. Man sitze lieber am Verhandungstisch und setze durch, dass man weiterhin Erwachsene ansprechen dürfe -- etwa über Direct Mailing oder Werbung an den Verkaufsstellen, so Fritsch.
Die Tabakindustrie will bei der Gestaltung des Tabakgesetzes Einfluss nehmen, das im Bundesamt für Gesundheits vorbereitet wird. Fritsch hofft, dass damit eine einheitliche Bundeslösung geschaffen werde, die mehr Rechtssicherheit schaffe als die stark voneinander abweichenden kantonalen Gesetze.

