Zwischen den beiden Verbänden der Hotelbranche, Gastrosuisse und Hotelleriesuisse, tobt ein Streit um das richtige Sternesystem. Seit 25 Jahren besteht ein international übliches Klassifizierungssystem mit fünf Sternen, das von Hotelleriesuisse überwacht wird. Nun will aber auch Gastrosuisse eine Hoteleinteilung lancieren, die auf Sternen basieren soll ("persoenlich.com" berichtete).
Gastrosuisse-Direktor Florian Hew glaubt nicht, dass es dadurch für Touristen schwieriger werde, sich in der Schweizer Hotellandschaft zurecht zu finden, wie er im Tages-Anzeiger vom Freitag erklärte. "Das ist alles kein Drama, weder für Verbände noch für den Gast", meinte er. Es habe ja auch bisher mehr als eine Klassifizierung gegeben. "Reiseveranstalter und Hotelgruppen machen eigene Einteilungen, und auch die Reiseführer klassifizieren Hotels. Wir geben dem Gast einfach eine weitere Orientierungshilfe in die Hand", so Hew weiter.
Hew will zudem auch Kleinen eine Chance geben, denn das Sternesystem der Hoteleriesuisse sei für kleine Beherbergungsbetriebe und Gaststätten mit Übernachtungsmöglichkeiten -- sprich die Mehrheit der Mitglieder von Gastrosuisse -- zu aufwändig und zu teuer. Ausserdem klassifiziere Hotelleriesuisse nur Mitglieder des eigenen Verbandes. Es sollen auch nicht nur Infrastrukturkriterien wie Zimmergrösse, Bettenarten oder die Anzahl Handtücher bewertet werden, wie das bei Hotelleriesuisse der Fall sei, sondern auch der Service und die Übernachtungspreise.
Hotelleriesuisse-Sprecherin Isabel Garcia meint im "Tagi" zum Sternestreit: "Wir wollen nicht zwei Klassierungen. Wir sollten dem Gast das Leben nicht erschweren. Die Sterne sind für ihn die erste Orientierung bei der Hotelauswahl." Es sei absurd, wenn Stern nicht mehr gleich Stern sei.

