Die Schweizer Konsumenten wollen einerseits günstige Discounter-Produkte, andererseits verzeichnet die Luxusgüterbranche einen Anstieg, wie die HandelsZeitung berichtet. Diesen Konsumenten, der abwägt, wo er mehr ausgeben will und wo nicht, nennt Torsten Tomczak, Professor für BWL und Marketing an der HSG, den "smarten Konsumenten". Dies hat zur Folge, dass überdurchschnittlich Verdienende ihren Wein im Denner einkaufen aber nicht auf ihre Luxusuhr verzichten.
Diese Entwicklung ist laut David Bosshart, Direktor am Gottlieb Duttweiler Institut, für die Unternehmen schwierig abzufangen. Migros und Coop haben nach den Billiglinien nun auch die Premium-Labels Sélection (Migros) und Fine Food (Coop) lanciert. Laut Bosshart ist Tesco in England ein Vorzeigesupermarkt: Mit der Philosophie "positively classless" habe Tesco trotz breiter Kundenbasis niemandem einen Grund gegeben, den Laden zu verlassen. Mit der konsequenten Ausrichtung auf die drei Preis- und Qualitätssegmente Value, Standard und Premium, könnten sie viele Kunden behalten, die sonst zum Spezialanbieter oder zum Discounter abwandern würden. Laut Bosshart wird auch der Trend zu Produkten mit Zusatznutzen anhalten. Denn jeder brauche Convenience.

