Die Werbevermarkterin APG|SGA hat mit der Konzentration auf den Schweizer Markt wieder Tritt gefasst. Wie sie am Donnerstag an der Medien- und Analystenkonferenz im Zürcher Hotel Widder mitteilte, stieg der Reingewinn auf bereinigter Basis um 2,9 Prozent auf 47,7 Millionen Franken. Der Umsatz schrumpfte um 4,2 Prozent auf 304,2 Millionen Franken. Verursacht wurde dies zum einen durch einen Rückgang von 2,7 Prozent im Inland und zum anderen durch den Rückzug aus dem Ausland. Der Auslandumsatz allein nahm um über einen Viertel ab und beträgt noch 15,2 Millionen Franken.
Nach verlustreichen Jahren wurde der Marktausstieg aus Rumänien und Montenegro 2013 vollzogen. Damit sinkt der Anteil des internationalen Geschäfts am Gesamtumsatz auf noch 5 Prozent, in Serbien ist das Unternehmen weiterhin aktiv. "Wir sind aus verschiedener Sicht sehr zufrieden", sagte CEO Daniel Hofer an der Medienkonferenz. Zum einen habe man in der Schweiz starke Fortschritte gemacht und das Portfolio erweitert und zum anderen international "aufgeräumt" und in Rumänien und Montenegro zehn Firmen verkauft. "Die grosse Phase ist abgeschlossen, die wichtigsten Prozesse der Unternehmensstrategie sind umgesetzt worden."
Vor Steuern und Zinsen erwirtschaftete der Schweizer Branchenprimus einen Gewinn von 61,9 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr stellt das ein Plus von 78 Prozent dar. In der Schweiz setzte APG|SGA 289,1 Millionen Franken um. Der Umsatzrückgang ist vor allem auf die Werbeflaute im dritten Quartal zurückzuführen, welche die Erholung im Schlussquartal nicht mehr auswetzen konnte. Beim Personal konnte man 2,4 Millionen Franken einsparen, berichtete CFO Beat Hermann am Donnerstag im Hotel Widder. Der Abbau sei vor allem auf den Marktaustritt aus Rumänien und Montenegro zurückzuführen.
Alle Städte im Portfolio
Die Aussenwerbung blieb weiterhin von der Digitalisierung geprägt. APG|SGA verfügt den Angaben zufolge bereits über 100 grosse HD-Bildschirme an stark frequentierten Passantenlagen sowie über mehr als 200 Bildschirme in öffentlichen Verkehrsmitteln. "Wir arbeiten ausnahmslos mit jeder Schweizer Stadt zusammen und auch mit den meisten Verkehrsbetrieben", berichtet Hofer. Die neuen Projekte, wie beispielsweise das Angebot mit der deutschen Firma Jaduda "Double Impact" (persoenlich.com berichtete), finden grossen Anklang und werden laut Hofer in den nächsten Monaten noch ausgebaut.
Besonders freut sich Hofer auf die neue Durchmesserlinie in Zürich, welche im Juni eröffnet wird. "Sie wird vollständig von uns ausgestattet". Und auch die Startower, welche Ende 2012 eingeführt wurden (persoenlich.com berichtete), sind immer öfter gefragt. "In Kürze wird einer in Davos zu sehen sein", schwärmt Hofer.
Gleichermassen sieht er immer grösseres Entwicklungspotenzial in der Digitalisierung, welches aber auch stark von den Behörden abhängig ist. "Nicht alle Städte erlauben ihre Plätze mit digitaler Aussenwerbung auszustatten", erklärt Hofer. Gerade in den älteren Teilen der Städte, welche zum Teil Unesco-Weltkulturgüter sind, habe er dafür aber Verständnis und konzentriere sich deshalb auf andere Schauplätze.
Übernahme von Impacta und Ecofer
Wie das Unternehmen weiter bekannt gab, übernahm es rückwirkend auf den 1. Januar die beiden Firmen Impacta und Ecofer vollständig. Vorher hatte APG|SGA 50 Prozent an ihnen gehalten. Der Verkaufspreis an Polymedia wurde in Aktien entrichtet, der genaue Preis ist erfolgsabhängig. Die beiden Firmen betreiben Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln und sind Konzessionäre der SBB, der BLS und anderer Bahnen. "Das garantiert uns die Exklusivrechte in der ganzen Schweiz", freut sich Hofer.
Markus Scheidegger wird sich zur Wiederwahl als Verwaltungsrat der APG|SGA stellen, zieht sich jedoch von den Funktionen als VR-Delegierter von Impacta und Ecofer zurück, heisst es im am Donnerstag publizierten Aktionärsbrief. Damit werde auch im Sinne der Corporate Governance eine klare Trennung zwischen dem Verwaltungsrat der Gruppe und den operativen Funktionen der einzelnen Gesellschaften vollzogen. Der Verwaltungsrat beantragt bei der Generalversammlung zudem eine Dividende von 10 Franken sowie eine Sonderdividende von 2 Franken pro Aktie und damit die höchste Ausschüttung in der Geschichte der Firma. Im Vorjahr hatten die Aktionäre 7 Franken (normale) bzw. 3 Franken Sonderdividende erhalten.
Ausblick auf 2014
Für 2014 gibt die Allgemeine Plakatgesellschaft keine konkrete Prognose ab, da die Werbemärkte unberechenbar bleiben. Das Unternehmen zeigt sich nach der umfassenden Bereinigung der missglückten Auslandabenteuer jedoch zuversichtlich. "Wir haben gute, erfahrene Mitarbeiter und Ressourcen. Wir brauchen weiterhin Mut, Kreativität und innovatives Denken, müssen aber auch Bewährtes beibehalten", sagt Hofer zum Schluss.
Es gebe weder Anzeichen, die darauf hindeuten, dass dieses Geschäftsjahr besser verlaufen wird als das letzte, noch gebe es gegenteilige Anzeichen. Gleichzeitig betont er aber, dass im Jahr 2015 Wahlen anstehen. "In diesen Jahren nehmen wir erfahrungsgemäss etwa zusätzliche zehn Millionen Franken ein." (sda/ml)

