04.09.2007

Migros

Kritik an Auflagen der Weko

Gaydoul über grünes Licht erleichtert.

Die Migros hat keine Freude an den Auflagen der Wettbewerbshüter für die Übernahme von Denner. "Wir stehen solchen staatlich verordneten Einschränkungen des freien Unternehmertums kritisch gegenüber", sagte Migros-Chef Herbert Bolliger am Dienstag.

Insbesondere im Detailhandel, wo der Wettbewerb spiele. Der beste Beweis seien die Preissenkungen, sagte Bolliger vor den Medien in Zürich: "Allein in den letzten 18 Monaten, also seit dem Markteintritt von Aldi, sind die Lebensmittelpreise in der Migros im Schnitt um 8,4 Prozent gesunken."

Die in diesem Fall verfügten Auflagen sollten aber die Unabhängigkeit von Denner für die nächsten Jahre sicherstellen. "Weil das ohnehin von Anfang an unsere langfristige Absicht war, werden die Auflagen die erfolgreiche Entwicklung von Denner nicht beeinträchtigen", sagte Bolliger weiter.

Von Auflagen überrascht

Er sei aber "überrascht, dass es überhaupt Auflagen gegeben hat". Denn 7 von 8 juristischen Gutachten seien positiv gewesen.Auch die Lieferanten hätten sich mehrheitlich positiv geäussert, sagte Bolliger am Rande der Konferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Störend sei, dass die meisten Auflagen für sieben Jahre gelten würden. "Das ist eine Ewigkeit im schnelllebigen Lebensmitteldetailhandel", sagte Bolliger. Finanziell hätten die Auflagen keine Auswirkungen für die Migros. Denn die gemeinsame Beschaffung bei grossen Schweizer oder internationalen Firmen sei nicht eingeschränkt. Für die kleinen und mittleren Lieferanten bedeuteten die Weko-Auflagen eine Strukturerhaltung. "Da habe ich zum Teil auch Verständnis", sagte Bolliger.

Denner-Chef erleichtert über grünes Licht der Weko

Denner-Chef Philippe Gaydoul ist erleichtert über das grüne Licht der Weko für die Übernahme von Denner durch die Migros. Allerdings übte auch er Kritik an den Auflagen der Wettbewerbshüter. Da sie befristet seien, könne Denner damit leben. Politische und opportunistische, beziehungsweise populistische Überlegungen seien glücklicherweise von den Wettbewerbshütern geringer gewichtet worden als die realistischen Bewertungen der Marktentwicklung.

Allerdings habe er grösste Mühe, derartige Einschränkungen zu verstehen: "Mein wirtschaftspolitisches Credo orientiert sich an den Prinzipien freier Marktwirtschaft und damit verbundener Konkurrenzkultur", sagte Gaydoul.

Denner-Chef Philippe Gaydoul wird Ende 2009 von der Führung seiner Discountkette zurücktreten, die er an die Migros verkauft hat. "Ich gehe davon aus, dass ich bis Ende 2009 Denner leiten werde", sagte Gaydoul am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA. Bei Bekanntgabe der Übernahme des Discounters durch die Migros im Januar hatte es geheissen, dass Gaydoul noch mindestens noch drei Jahre lang Denner führen werde.

"Das hatten wir anfänglich bei der Vereinbarung der Übernahme so abgemacht", sagte Migros-Chef Herbert Bolliger am Rande einer Medienkonferenz: "Vielleicht geht er auch früher, wenn wir Krach bekommen. Vielleicht bleibt er auch länger", sagte der Migros-Chef mit einem Lächeln. Über einen Nachfolger für Gaydoul sei noch nicht diskutiert worden. (sda)

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