13.01.2021

Detailhandel

Ladenschliessungen sind ein «schwerer Schlag»

Die vom Bundesrat verfügte Schliessung der Non-Food-Läden könne existenzbedrohend werden, so Swiss Retail. Weitere Reaktionen von Handel Schweiz, Economiesuisse, Gastrosuisse und dem Schweizer Tourismusverband.
Detailhandel: Ladenschliessungen sind ein «schwerer Schlag»
Ein ungewohntes Bild: Mitglieder des Bundesrats haben wegen der Coronavirus-Pandemie am Mittwoch erstmals ihre Medienkonferenz mit Schutzmasken im Gesicht und durch Schutzwände aus Plexiglas voneinander abgetrennt abgehalten. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Die vom Bundesrat verfügte Schliessung der Non-Food-Läden sei für den Detailhandel «ein schwerer Schlag», schrieb Swiss Retail am Mittwoch. Dies werde viele Geschäfte in eine existenzbedrohende Lage manövrieren.

Die stabilen beziehungsweise moderat rückläufigen Ansteckungs- und Hospitalisierungszahlen seien als positives Zeichen zu werten, wenn auch die Beurteilung der aktuellen Situation wegen des mutierten Coronavirus zurzeit schwierig sei. Diese unklare Sachlage hätte nicht zur Verhängung von verfrühten Konsequenzen zu Lasten des mit 310'000 Stellen grössten Arbeitgebers in der Schweiz führen sollen, betonte der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation.

In seiner Medienmitteilung heisst es weiter, der Detailhandel sei – wie schon immer kommuniziert und aus internen Auswertungen betreffend Krankheitsausfällen erhärtet – kein Ansteckungsherd. Obwohl sich der Detailhandel im «Lockdown light» anpassungsfähig, proaktiv und vorbildlich gezeigt habe, werde er jetzt unverhältnismässig mit einem Lockdown bestraft.

Für Mitarbeitende im Detailhandel sei die Aussicht auf Kurzarbeit aufgrund von Ladenschliessungen sehr belastend und führe zu einer grossen Verunsicherung. Die erneute Schliessung der Geschäfte, die nicht Güter des täglichen Gebrauchs verkaufen, bedeute schweizweit einen monatlichen Umsatzverlust von rund 3,2 Milliarden Franken.

Die Covid-19-Härtefallverordnung greife bislang bei einem Lockdown als Hilfe für die direkt oder indirekt betroffenen Detailhändler deutlich zu kurz, betonte Swiss Retail. Man fordere vom Bund umgehend eine «moderate» Fixkosten-Beteiligung.

«Akzentuierung der Wirtschaftskrise»

Auch der Dachverband Handel Schweiz reagierte mit Enttäuschung auf die Schliessungen der Läden. Es sei völlig unverständlich und unverhältnismässig, dass das reichste Land der Welt bis jetzt keine flächendeckenden Impfungen zustande gebracht habe und gleichzeitig die Existenz von Tausenden KMU ruinieren, hiess es in einer Mitteilung.

Der Arbeitgeberverband befürchtet eine Akzentuierung der Wirtschaftskrise. Man könne die Verschärfungen zwar nachvollziehen, teile die Lagebeurteilung des Bundesrates aber nicht, so der Tenor einer Mitteilung. Die Arbeitgeber bezweifeln insbesondere die Wirksamkeit des verschärften Homeoffice.

Die Landesregierung hat laut Gastrosuisse einen wichtigen Entscheid für das Gastgewerbe gefällt mit der Lockerung der Härtefallregel. Es brauche nun aber mehr Tempo bei den Auszahlungen. Der Bundesrat habe jedoch den Ernst der Lage erkannt und «unseren Appell gehört», so Präsident Casimir Platzer.

Einen «zwiespältigen Eindruck» von den Massnahmen hat der Schweizer Tourismus-Verband. Er vermisst im Paket die unmittelbar branchenspezifische Unterstützung, um die Liquidität der Betriebe zu gewährleisten. Geschlossene Restaurants und Läden kämen faktisch einem Lockdown für die Tourismusbranche gleich. (sda/cbe)



Wie die Onlinemedien die Verschärfungen kommentieren, lesen Sie hier.

 



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