"Scheisse, meine Tochter wurde schon wieder an einen Kindergeburtstag eingeladen" oder "Ich habe einer Frau nichts zu bieten. Nicht mal ein Glas Wein." Solche und andere Sätze werden in den kommenden Monaten im Rahmen einer Wanderausstellung in verschiedenen Städten im Kanton Zürich zu lesen sein. Caritas Zürich will mit der Kampagne unter dem Titel "wir sind arm" die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass es mitten unter uns Menschen gibt, die am Existenzminimum oder darunter leben.
Daneben finden verschiedene Guerilla-Aktionen statt. Ein Brunnen wird beispielsweise als einzige Möglichkeit für manche Leute deklariert, auswärts etwas trinken zu gehen. Zudem werden leere Portemonnaies verstreut, die darauf aufmerksam machen, wie es bei manchen Menschen im Geldsack aussieht. Weiter kommt ein leerer Buggy zum Einsatz - ein Kind ist aus Budgetgründen nicht vorhanden.
Das Konzept der Kampagne basiere auf den überraschenden Botschaften, wird Andrea Keller, Projektverantwortliche bei Caritas Zürich, zitiert. "Indem wir das Publikum mit konkreten Auswirkungen der Armut konfrontieren, erreichen wir mehr als mit abstrakten Zahlen. Wir stellen immer wieder die Frage, wie der Betrachter sich fühlen würde, wenn er selbst betroffen wäre". Die Kommunikationsoffensive wurde in Zusammenarbeit mit der Agentur Meyer Werbung entwickelt.



