Mit mehr Geld für die Winterkampagne will Schweiz Tourismus dem drohenden Abschwung trotzen. Nach dem absoluten Rekordjahr 2008 rechnet Schweiz-Tourismus-Chef Jürg Schmid 2009 mit "deutlichen Rückgängen". Obwohl es schwierig werde, bestehe aber kein Grund zur Panik, sagte Schmid am Montag vor den Medien in Zürich. Bei den Tourismusförderern soll laut Schmid nicht gespart werden.
Um die Nachfrage nach Schweizer Schnee und Bergen auch in den schwieriger werdenden Auslandmärkten zu erhalten, werden in diesem Jahr für das Wintermarketing 19,5 Millionen Franken eingesetzt (Vorjahr 18 Millionen). Das Geld werde vor allem für Marketingaktionen in den Hauptstädten der europäischen Hauptmärkte ausgegeben. Wie dick die vom Ausland vorgegebenen Bremsspuren im Schweizer Tourismus 2009 werden, hängt laut Schmid wesentlich von der Entwicklung des Euro ab. So führte im Sommer die massive Aufwertung des Frankens gegenüber dem Dollar zu deutlichen Einbrüchen beim US-Tourismus (minus 4,9 Prozent).
Ähnliches ist laut Schmid zu befürchten, wenn der Euro auf dem Tief der letzten Tage verharren würde. Zwei Drittel aller ausländischen Feriengäste in der Schweiz stammen aus dem Euro-Raum. Einfacher werde es im kommenden Winter für Mittelklassehotels mit Schweizer Stammkundschaft, schwierig für die Premium-Hotellerie mit hohem Ausländer-Anteil. Hoffnungträger für den Schweizer Tourismus sind in diesem Winter denn auch Schweizerinnen und Schweizer, die von wirtschaftlichen Turbulenzen noch wenig spüren.
Um den drohenden Einbrüchen zu trotzen, will man auch das Marketing von Schweiz Tourismus anpassen: Die Kampagnen für kommende Saison folgen laut Marketing-Chefin von Schweiz Tourismus, Daniela Bär Bruderer, dem "neuen Zeitgeist von Bescheidenheit auf hohem Niveau". Statt Luxus stehe "der stille Genuss" im Vordergrund. Gemeint ist damit beispielsweise "Kaffee und Kuchen im Begdorf" oder das "holzbefeuerte Sprudelbad". (sda)

