Die Fast-Food-Kette Burger King hat sich mit dem Kaffeehausriesen Starbucks gegen den Erzrivalen McDonald's verbündet. Wie die beiden Unternehmen in der Nacht auf heute, Mittwoch, bekannt gaben, sollen die Kaffee-Produkte ab September in 7'250 US-Burger-King-Restaurants angeboten werden. Ziel dieser Kooperation ist es, verlorenes Terrain gegenüber McDonald's gut zu machen. Dass dem unangefochtenen Branchenriesen keine PR-Figur wie Heidi Klum mehr ziert, kommt Burger King gerade recht.
"Vor allem das vergangene Geschäftsjahr hat gezeigt, dass Starbucks das Grundproblem eines rückläufigen Umsatzes hat und sich vor allem in Ballungszentren aufgrund des dichten Netzes an Filialen selbst Konkurrenz gemacht hat. Von der Allianz wird Burger King profitieren. Ob die Synergien auch Starbucks nutzen, wage ich aber stark zu bezweifeln", sagt der Schweizer Markenexperte Stefan Vogler. Dem Insider nach ist die geplante Zusammenarbeit beider Konzerne aus der Not heraus entstanden.
Die Vereinbarung sieht im Detail vor, dass die Spezialitäten der Starbucks-Tochter Seattle's Best Coffee ausgeschenkt werden. Die Preise sollen Burger King zufolge je Becher zwischen 1,00 und 2,79 Dollar liegen. Darin sieht Vogler jedoch einen strategischen Schnellschuss von Starbucks. "Wenn man sich tatsächlich auf dieses Preisniveau begibt, dann riskiert man ein imagebezogenes Downgrading, denn Starbucks war und ist seit jeher für seine hochpreisigen Premium-Produkte bekannt." Auch sei die Umrüstung für Burger King ein teures Vergnügen.
Bislang hatte Burger King als die Nummer zwei hinter McDonald's einen eigenen Kaffee mit Namen "BK Joe" im Angebot. Dies war die direkte Reaktion auf die Etablierung der McCafés von McDonald's. Seit einigen Jahren bietet der Rivale sehr erfolgreich Kaffeenischen an, in denen er nicht nur Kaffee, sondern auch Kuchen sowie Gebäck verkauft. Seither versucht Burger King mit Sonderaktionen wie besonders günstigen Menüs zu kontern. Kunden sollen zudem in ausgewählten US-Fast-Food-Filialen zu Menüs Bier bestellen können.
"Die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen ist vom Grössenverhältnis nach aber gut gewählt. Damit soll scheinbar auch der 'American Way of Life' repräsentiert werden", schätzt Vogler. Unterdessen wurde bekannt, dass die schillernde Werbeikone Heidi Klum nicht mehr für McDonald's tätig sein wird. Eigenen Angaben nach habe man sich von dem Supermodel getrennt, da man nicht mit Promis, sondern mit Produkten werben will. Der Vertrag sei nach fünf Jahren ausgelaufen und werde nicht verlängert, so McDonald's. (pte)

