Swisscom, Sunrise und Orange erhalten Konkurrenz: Ab April will Tele2 mit Kampfpreisen in den hiesigen Mobilfunkmarkt einsteigen. Vorerst allerdings nur im Raume Zürich, später dann auch in Bern, Lausanne, Genf und Basel. Ein landesweites Netz plant Tele2 nicht. Wir können kein eigenes Netz aufbauen, das die ganze Schweiz abdeckt, sagte Tele2-Chef Roman Schwarz am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Dafür sei der Marktauftritt des vierten Mobilfunkanbieters zu spät dran.
Tele2 hatte ebenso wie die Westschweizer In&Phone erst Jahre nach den drei etablierten Mobilfunkanbietern - im Dezember 2003 - eine GSM-Lizenz von der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) erhalten. Der Regulator versprach sich von der zusätzlichen Konzessionsvergabe eine Belebung des Wettbewerbs und tiefere Preise. Ein nationales Netz, ähnlich demjenigen von Orange, Swisscom und Sunrise, würde Tausende von Antennen benötigen. Dies macht nach Ansicht von Schwarz zum heutigen Zeitpunkt keinen Sinn. Tele2 will lediglich Stadtnetze in den grössten Agglomerationen der Schweiz aufbauen.
Wenig Begeisterung bei Konkurrenz
Um eine landesweite Abdeckung zu erzielen, wollte Tele2 eines der bestehenden Netze mitbenutzen (Roaming). Darüber zeigten sich die drei Konkurrenten Swisscom, Orange und Sunrise wenig begeistert. Nach monatelangen Bemühungen gestand der Tele2-Chef am Donnerstag sein Scheitern ein: «Wir haben bis heute kein nationales Roaming-Abkommen.» Er habe kein kommerzielles Angebot erhalten, sagte Schwarz.
Trotzdem will Tele2 nicht mehr länger warten: «Auch ohne Roaming- Abkommen werden wir auf jeden Fall im März» mit einem Test starten. Ab April sollen Kunden in der Agglomeration Zürich angeworben werden, wie der Tele2-Chef sagte. Später sei die Expansion nach Bern, Lausanne, Genf und Basel geplant. Welche Stadt zuerst starte, könne er noch nicht sagen, erklärte Schwarz. Dies hänge unter anderem von den Einsprachen gegen die neuen Antennen und der Abstimmung der Frequenzen ab.
Teure Gespräche wie im Ausland

