Eine Studie zeigt: Das Nebenbei-Fernsehen lenkt anscheinend mehr ab als bisher gedacht. Wer glaubt, seine Aufmerksamkeit zwischen Computer und Fernseher gut verteilen zu können und effektiv beide Informationen aufzunehmen, betrügt sich offenbar selbst. Wie eine US-Studie zeigt, sind die Ablenkung und das Wechseln zwischen beiden Medien weit höher, als von den Forschern erwartet.
Die Teilnehmer der Studie verlagerten ihre Aufmerksamkeit rund 120 Mal in einer halben Stunde. Zudem waren sie sich dessen nicht einmal bewusst und glaubten, sie hätte ungefähr 15 Mal hin und her geschaut Das berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking". Ihre Ergebnisse bestätigen nicht nur die oft gehörten Befürchtungen von Eltern, ihr Nachwuchs könne sich bei laufendem Radio oder Fernseher nicht auf die Hausaufgaben konzentrieren. Sie liefern darüber hinaus auch Marketingexperten Hinweise, wie sie am besten ihre Werbebotschaften setzen müssten, um bei geteilter Aufmerksamkeit, die in der modernen Welt immer üblicher wird, den höchsten Effekt zu erzielen.
Der Computer war bei dieser Studie zwar attraktiver als das Fernsehen, in 68,4 Prozent der Zeit bekam er die Aufmerksamkeit. Doch auch diese war in viele kurze Stücke geteilt. Nur selten blickte jemand länger als eine Minute auf einen der beiden Bildschirme. Beim Rechner geschah dies nur in 7,5 Prozent der Fälle, beim Fernseher gar nur bei 2,9 Prozent. (Quelle: Zentralschweiz am Sonntag)

