17.05.2013

Interbrand

Nescafé bleibt wertvollste Marke der Schweiz

Best Swiss Brands 2013 veröffentlicht.
Interbrand: Nescafé bleibt wertvollste Marke der Schweiz

Auch in diesem Jahr führt Nescafé vor Roche und Novartis die Rangliste der 50 wertvollsten Schweizer Marken an. Das ist das Ergebnis der Studie "Best Swiss Brands 2013", die Interbrand wieder gemeinsam mit dem Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" veröffentlicht. Trotz eines erheblichen Markenwertverlustes ist Nescafé mit einem Markenwert von 10'662 Millionen Franken auch 2013 die wertvollste Schweizer Marke. Auf Platz zwei folgt mit 7'668 Millionen Franken Roche. Den dritten Rang nimmt auch in diesem Jahr mit 6'973 Millionen Franken Novartis ein.

Zu den Gewinnern des diesjährigen Rankings gehören Nespresso mit einem auf 2'200 Millionen Franken gestiegenen Markenwert und das Versicherungsunternehmen Die Mobiliar mit einem auf 276 Millionen Franken angewachsenen Markenwert. Beide können sich damit über einen Markenwertzuwachs von 14 Prozent freuen. Zu den grossen Aufsteigern können sich mit jeweils 13 Prozent Wertzuwachs ausserdem Adecco (2'621 Millionen Franken) und Longines (837 Millionen Franken) zählen, genauso wie der Sanitärhersteller Geberit, dessen Wert um 12 Prozent auf 935 Millionen Franken angewachsen ist.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé gehört mit seinen drei Marken Nescafé (Platz 1), Nestlé (Platz 4) und Nespresso (Platz 13) nach wie vor zu den erfolgreichsten Schweizer Playern. Zusammen weisen die Marken einen Gesamtmarkenwert von 19'512 Millionen Franken auf. Das sind 427 Millionen Franken mehr als noch im Vorjahr. Ein Grund dafür sieht Interbrand in den stark verbesserten Einkommensverhältnissen der BRIC Staaten, die einen leichteren Zugang zu hochwertigeren Nahrungsmittel-Produkten wie z.B. Nutrition Solutions erleichtern, wie Interbrand in einer Pressemitteilung die Studie zitiert. 

Zahlenmässig dominiert wird das diesjährige Ranking von der Uhrenindustrie – insgesamt 16 Uhrenmarken befinden sich unter der 50 wertvollsten Schweizer Marken. Zwei davon befinden sich sogar unter den Top 10, Rolex mit 6'637 Millionen Franken (Rang fünf) und Omega mit 3'344 Millionen Franken (Rang zehn). 

Mit Ausnahme von Swatch und Rado, die leichte Verluste von einem bzw. sechs Prozent hinnehmen mussten, haben fast alle im Ranking vertretenen Uhrenmarken an Wert zugelegt. Der absolute Gewinner unter den Uhrenmarken ist Longines – mit einem satten Wertzuwachs von 13 Prozent auf 837 Millionen Franken. Keine andere Uhrenmarke hat im letzten Jahr mehr an Wert gewonnen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Longines und der Uhrenindustrie insgesamt ist der frühzeitige und intensive Einbezug des asiatischen Marktes sowie der aufstrebenden Schwellenländer. 

Zweitstärkste Branche der Best Swiss Brands 2013 ist der Finanzdienstleistungssektor – mit insgesamt sieben Banken und drei Versicherungsunternehmen. Die Credit Suisse und UBS belegen wie im Vorjahr die Plätz sieben und acht, mit 3'718 bzw. 3'579 Millionen Franken. Die Kantonalbanken belegen mit einem Markenwert von 2'373 Millionen Franken den 12. Rang. Nicht ganz unbeschadet geht Julius Bär aus den US-Steuerskandalen hervor, das Bankhaus verliert zwei Plätze und belegt mit 1'729 Millionen Franken in diesem Jahr Rang 17.

Nicht mehr im Ranking vertreten ist die Privatbank Sarasin, in der Hauptsache auf Grund der Übernahme der Aktienmehrheit und Integration in die Safra Gruppe. 

Der Aufstieg ostasiatischer und südamerikanischer Schwellenländer und ihr steigender Anteil an den globalen Vermögen führen dazu, dass Schweizer Banken in eben diesen Handelsräumen vermehrt nach Wachstumschancen suchen – und dies mit gutem Erfolg. Trotz positiver Aussichten stehen die Banken jedoch weiterhin vor der Herausforderung, Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Reputation zurückzugewinnen und diese nicht erneut aufs Spiel zu setzen.

Ein erfreuliches Jahr hat die Pharmaindustrie hinter sich. Dies liegt zum einen in ökonomischen Faktoren wie der Stabilisierung der Medikamentenpreise begründet, aber auch in der besseren Gesundheitsversorgung in den Industrieländern. Für die stark exportorientierte Pharmaindustrie, stellen dabei die Industriemärkte Europa, USA und Japan, aber auch zunehmend die Schwellen- und Transformationsländer in Asien, Lateinamerika und Osteuropa die wichtigsten Abnehmer dar.

Die bekanntermassen langwierige und teure Entwicklung neuer Medikamente, die komplexen und aufwändigen Zulassungsverfahren, genauso wie staatliche Eingriffe auf die Preise lassen die Pharmaindustrie zunehmend unter Druck geraten. Um die wachsende Nachfrage bedienen und die Wachstumsdynamik aufrechterhalten zu können, sind somit Entwicklungs- und Zulassungserfolge unentbehrlich. Dadurch gewinnt die Schweiz für die Pharmaindustrie als Forschungs- und Entwicklungsstandort beträchtlich an Bedeutung, denn die Branche beschäftigt heute mehr als 36.000 hoch qualifizierte Fachkräfte und stellt somit einen zentralen Industriesektor in der Schweiz dar.

Reine B2B-Marken sind weiterhin nicht im Ranking vertreten, da sie zu wenig Präsenz in der breiten Öffentlichkeit besitzen. Mit Präsenz ist hier gemeint, dass die Marken durch eine Markierung der Produkte bzw. Dienstleistungen oder durch eine endverbrauchernahe Kommunikation in der breiten Masse, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Marken wie Sika, mit ihrer Spezialitätenchemie für den B2C-Bereich, erfüllen allerdings diese Anforderungen. (pd)

 

 


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