Das Expo-Jahr war insgesamt ein gutes für den Neuenburger Tourismus. Während der Landesausstellung wurden fast 60 Prozent mehr Übernachtungen verzeichnet als 2001. Regionale Museen und Sehenswürdigkeiten verzeichneten aber teils massive Einbussen. "Das Seeufer hat von der Expo.02 profitiert. Anders sieht es in den Tälern und im Neuenburger Jura aus", sagte am Donnerstag Caroline Calame, Mitglied des Komitees von Neuenburg Tourismus, an einer Medienorientierung in Neuenburg.
In den Regionen mussten Museen und Anbieter touristischer Sehenswürdigkeiten - wie die Dampfeisenbahn im Val de Travers oder die unterirdischen Mühlen des "Col-des-Roches" in Le Locle - Einbussen von 10 bis 40 Prozent in Kauf nehmen, so Calame. Insgesamt blieben die Besucherzahlen im Kanton aber nur um 3.45 Prozent unter den Vorjahreswerten. In der Stadt Neuenburg waren nämlich das Museum für Kunst und Geschichte oder das Ethnographische Museum sehr erfolgreich. Die Nähe zum Expo-Gelände und der freie Eintritt erwiesen sich als wichtige Trümpfe.
'Das schwierigste steht noch bevor'
Dass die Schifffahrt auf dem Neuenburgersee und die gemütlichen Touristenzüge im Stadtzentrum ebenfalls zu den Gewinnern zählten, überrascht laut Calame nicht. Sowohl der Direktor von Neuenburg Tourismus, Yann Engel, als auch Staatsrat Bernard Soguel unterstrichen, dass die Expo.02 für den Neuenburger Tourismus eine einmalige Chance gewesen sei. Es gehe nun darum, durch gezielte Werbung das bereits bestehende touristische Angebot des Kantons besser bekannt zu machen, sagte Soguel. Und Tourismus-Direktor Engel meinte: "Das schwierigste steht erst noch bevor."

