15.06.2006

IKRK

Neues Rotkreuz-Emblem

Letzte Wirbel vor endgültiger Annahme des Roten Kristalls.

Die Situation im Nahen Osten macht eine Prognose zum Ausgang der Konferenz der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung kommende Woche in Genf schwierig. Im Zentrum steht die definitive Annahme des Roten Kristalls als neues, zusätzliches Symbol. "Wir hoffen, dass ein einmütiger Entscheid zustande kommt, aber eine Kampfabstimmung ist denkbar", erklärte Olivier Dürr von der Völkerrechts-Sektion des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag vor den Medien.

Er hoffe, dass die Vertragsstaaten der Genfer Konvention und die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften "humanitäre und politische Fragen unterscheiden" würden, sagte Dürr. Die Rotkreuz-Bewegung muss ihre Statuten ändern, um den Roten Kristall definitv als neues Emblem anzuerkennen.

Das entsprechende Zusatzprotokoll war am 8. Dezember 2005 an der Rotkreuz-Konferenz der Vertragsstaaten der Genfer Konvention in Genf verabschiedet worden. Die Schweiz, die an dessen Ausarbeitung und an Annahme massgeblich beteiligt war, hatte es gleichentags unterzeichnet.

Mit dem Zusatzprotokoll wurde ein zusätzliches Schutzzeichen geschaffen, das die bestehenden Embleme Rotes Kreuz und Roter Halbmond ergänzt. Es besteht aus einem roten Rahmen in der Form eines auf der Spitze stehenden Quadrats auf weissem Grund. Der Rote Kristall soll jenen Vertragsparteien zur Verfügung stehen, welche keines der bestehenden Schutzzeichen verwenden möchten, weil diese aus ihrer Sicht religiöse Assoziationen wecken oder vor dem Hintergrund nationaler Besonderheiten nicht akzeptabel erscheinen. Namentlich der israelische Rote Davidstern könnte dank des neuen Emblems nach fast 60 Jahren der Rotkreuz-Bewegung beitreten. Die arabischen Staaten hatten das Zusatzprotokoll bisher aus diesem Grunde abgelehnt. (sda)


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