Organisationen rund um das Buch haben die "Buchlobby Schweiz" gegründet. Gefordert wird "eine bewusste Politik des Buches". Am Dienstag hat die Lobby ihre Ziele in Zürich vorgestellt. Einen "Denkanstoss" nennen die Verleger, Autorinnen/Autoren, Buchhändler und Bibliothekare ihre Kampagne für das Buch. Am kommenden Freitag ist Welttag des Buches. Er erinnert an die Bedeutung des Buches. Nichts mehr, aber auch nichts weniger will vorderhand die "Buchlobby Schweiz".
Schlüsselsektor
Im Gegensatz etwa zu Film, Presse oder Fernsehen komme das Buch in der offziellen Medienpolitik nicht vor, fasste der Verleger Lucien Leitess das Malaise zusammen. Dabei sei der Buchsektor ein "kultureller Schlüsselsektor mit Hebelwirkung". Investitionen zahlten sich für die Gesellschaft mehrfach aus, sagte Leitess. Ähnlich argumentierte Men Haupt, Präsident des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands. Die Förderung des Buches trage etwa dazu bei, die Lesekompetenz der Jugendlichen zu verbessern. Und Theres Roth Hunkeler, Präsidentin der Autorinnen und Autoren der Schweiz, unterstrich: "Es braucht gute Bedingungen, damit gute Literatur entstehen kann."
Vision 'Schweizer Bücherpreis'
Auch wenn die Ziele der auf fünf Jahre angelegten Kampagne bisher vorwiegend ideeller Natur sind, so ist doch eine pekuniäre Klärung absehbar. Als "persönliche Visionen" regte Leitess etwa einen "Schweizer Bücherpreis" oder Honorargarantien für Autoren an.
"Auf jeden Fall braucht es politische Unterstützung", betonte Peter Wille, Präsident des Verbandes der Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Insbesondere will man Einfluss nehmen auf das Kulturförderungsgesetz, das Finanzhilfen an Kultureinrichtungen der Schweiz vorsieht und das nächstens in die Vernehmlassung geht. Darin soll das Buch besser berücksichtigen werden.
Handliche Broschüre
Begleitet wird der Start der Kampagne von einer handlichen Broschüre mit dem eingängigen Titelzitat "Du öffnest ein Buch. Das Buch öffnet Dich". Die Broschüre -- sie ist in einer Auflage von 120'000 Exemplaren auf Deutsch, Französisch und Italienisch erschienen -- soll in den kommenden Wochen breit gestreut werden.

