In einigen Filialen von Manor und Coop ist neuerdings ein Self-Scanning-System im Einsatz. Kunden können mit einem Handscanner Waren selbst einscannen und sollen sich somit längere Wartezeiten an der Kasse einsparen. Im Juni gab Coop bekannt, das System in allen Filialen einführen zu wollen. Wie die Handelszeitung am Mittwoch berichtet, ist der Nutzen der Systeme allerdings umstritten.
Laut August Harder, CIO der Coop-Gruppe macht das Self-Scanning vor allem bei Grosseinkäufen Sinn. Der Kundenfranken -- der Umsatz eines Kunden pro Einkauf -- sei dank dem Einsatz des neuen Systems deutlich höher, so Harder gegenüber der Wirtschaftszeitung. Dennoch könne der Detailhändler keine substanzielle Umsatzsteigerung feststellen. Eine Abgrenzung des Umsatzzuwachses sei aber schwierig, da Coop allgemein zulege, so Harder weiter. Zu den Anschaffungskosten äussert sich Harder im Artikel nicht. Laut dem St. Galler Tagblatt beläuft sich ein Scanning-System auf rund 80'000 Franken für eine kleine Filiale.
Kritisiert wurde das Coop-Projekt mit dem Namen "Passabene" auch vom Konsumentenschutzmagazin Beobachter. Kunden würden in den allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet, auch für Waren zu zahlen, die sie gar nicht im Korb haben -- etwa wenn vergessen wurde, die zurückgelegten Waren aus dem Scanner zu löschen. Moniert wird auch, dass die Kunden in Sicherheitsstufen kategorisiert werden. Benutzer, die viele Korrekturen aufwiesen, weil sie sich am Regal häufig umentscheiden, würden so vermehrt kontrolliert.

