02.04.2007

Versandhandel

Online-Handel löst Verkaufskatalog ab

Schweizer Branche im Umbruch.

Pro Kopf kaufte im vergangenen Jahr jeder Schweizer Einwohner für 350 Fr. im Versandhandel ein. Damit belegt die Schweiz hinter Deutschland und Grossbritannien den dritten Rang in der europäischen Versandhandelswelt. Die Gesamtumsätze, welche im Versandhandel erzielt wurden, stiegen im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf 3,64 Mrd. Franken. Dies entspreche einem Anteil am hiesigen Detailhandel von 3 Prozent, teilte der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) am Montag mit.

Vor allem die "Universalversender" mit warenhausähnlichem Sortiment kämpfen mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen. Die Erlöse dieser Gruppe sanken denn auch um 10,7 Prozent auf 532 Mio. Franken. Gemäss einer ersten Einschätzung vom Februar sieht der VSV das 2006 als "Jahr des Übergangs"; die Internationalisierung habe sich fortgesetzt.

So gab Charles Veillon seine Aktivitäten im Frühling auf und übertrug die Markenrechte an die deutsche Klingel-Gruppe. Der einzige noch verbleibende Schweizer Universalversender Ackermann gab im Herbst seinen letzten eigenen Katalog heraus. Die Traditionsmarke wurde vom deutschen Konzern KarstadtQuelle übernommen.

Die Versand-Anbieter von Kleidern, Textilien und Schuhen verbuchten kein erfolgreiches Jahr. Die Umsätze gingen um 3,5 Prozent auf 487 Mio. Fr. zurück. Mit 1,6 Prozent auf 120 Mio. Fr. knapp zulegen konnte das Segment "Hartwaren, Wohnen, Elektronik". Besser sieht es bei den "Übrigen" aus: Dank den Versendern von Arznei- und Genussmitteln legten die Umsätze um fast ein Fünftel auf 433 Mio. Fr. zu.

Glänzen konnten erneut die reinen Internet- und Teleshopping-Händler. Die Umsätze kletterten um ebenfalls ein Fünftel auf 147 Mio. Franken. Allerdings machen sie noch einen eher geringen Teil am Gesamtumsatz der Branche aus. Der Versandhandel an Privatkunden verbesserte sich insgesamt um 2,6 Prozent auf 2,63 Mrd. Franken. Jener von Business-to-Business wuchs derweil um 5,5 Prozent auf 1,01 Mrd. Franken.


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